Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Dienstag, 26. Juli 2016

Missionsgebet von Papst Pius XI.



Jesus Christus, unser liebenswürdigster Herr! Um den Preis Deines kostbaren Blutes hast Du die Welt erlöst. Schau in Liebe herab auf die arme Menschheit! Zum großen Teil sitzt sie noch in der Finsternis des Irrtums, im Schatten des Todes. Lass ihr das Licht der Wahrheit in seiner ganzen Fülle leuchten! Herr, mehre die Zahl der Glaubensboten, gib ihnen feurigen Mut, befruchte und segne durch Deine Gnade ihren Eifer und ihre Mühen! Gib, dass durch ihr Wirken alle Ungläubigen Dich erkennen und sich bekehren zu Dir, ihrem Schöpfer und Erlöser! Führe die Irrenden zurück zu Deiner Herde, die Abtrünnigen in den Schoß der einen, wahren Kirche! Liebenswürdiger Heiland, beschleunige die glückliche Ankunft Deines Reiches auf Erden, ziehe alle Menschen an Dein gütiges Herz, damit alle auch einmal in der ewigen Seligkeit des Himmels teilnehmen dürfen an den unendlichen Segnungen Deines Erlösungswerkes. Amen.

Samstag, 23. Juli 2016

Der Mann, der in Bulgarien die Kirchenglocken wieder zu Ehren brachte

Msgr. Francesco Domenico Reynaudi O.F.M. Cap., Apostolischer Vikar von Sofia und Plovdiv


Die sklavische Furcht der Einwohner [Bulgariens] vor der osmanischen Regierung hemmte wie eine Kette die Entwicklung des kirchlichen Lebens. Die Kirchen glichen ärmlichen, strohbedeckten Hütten, die Wohnungen der ersten Missionäre einer Spelunke. Erst als nach dem Krimkrieg der Vertrag von Paris (30. März 1856) die Gleichstellung der Christen in der Türkei mit den Anhängern des Islam ausgesprochen, fielen die lästigen Fesseln wenigstens einigermaßen.

Mit Hilfe der Almosen von Europa wurde nun sofort mit dem Bau von Kirchen, Missionshäusern und Schulen begonnen. Aber an das Geläute christlicher Glocken hatte sich das türkische Ohr noch nicht gewöhnen wollen; es war strenge verpönt. 

P. Francesco [der spätere Msgr. Reynaudi O.F.M. Cap.] wusste Rat. Mit einer Ministrantenschelle ging er durch die Straßen der Stadt in das Viertel der Katholiken und rief so zum Gottesdienst. Als die Sache ungeahndet ablief, wurde er mutiger und schaffte eine größere Schelle an. Wieder blieb alles ruhig. Nun hing man ein Glöcklein an die Kirchenmauer, und als auch dieses unerhörte Wagnis trotz aller Warnungen ängstlicher Freunde glücklich ablief, wurde das Glöcklein zur Glocke, und schließlich erhielt dieselbe auch einen Turm.


(Aus: die katholischen Missionen, 1894)

Sonntag, 17. Juli 2016

Bild: Ecce Sacerdos Magnus – Bischofsweihe in Kamerun



Das Bild zeigt den Auszug nach der Bischofsweihe von Msgr. Franziskus Hennemann SAC, dem zweiten Apostolischen Vikar von Kamerun, am 26. April 1914 in Duala. Hinter ihm geht einer der Mitkonsekratoren, Msgr. Armengol Coll CMF, der Apostolische Vikar von Spanisch-Äquatorialguinea, der bei Kriegsausbruch die deutschen Pallottinermissionare und ihre Christen freundlich aufnahm. Hauptkonsekrator war Msgr. Heinrich Vieter SAC, der Begründer der Kamerunmission, der kurz darauf starb.

 Msgr. Hennemann reiste kurz darauf nach Deutschland zurück, um sich zu erholen, konnte aber nie wieder in sein Missionsfeld zurückkehren, da Kamerun im Krieg für Deutschland verloren ging und schließlich französische und englische Kolonie wurde und die Verträge von Versailles die Rückkehr der deutschen Missionare verhinderte.

 Msgr. Hennemann wurde nach vielen Jahren in der Heimat, die er nutzte, um unermüdlich für die katholischen Missionen zu werben (613 Missionspredigten und Vorträge im gesamten Deutschen Reich zwischen 1914 und 1921), Apostolischer Vikar von Kapstadt und starb dort 1951.

Sonntag, 10. Juli 2016

Bücher über die Pallottinermission in Kamerun



Ich habe neulich drei Bücher (zwei gehören zusammen) über die Pallottinermission in Kamerun gekauft. Zwei Werke (Band 1.1 und Band 2.2) stehen unter dem Titel „Die Jugend ist unsere Zukunft“. Es handelt sich bei Band 1.1. um die bislang nie veröffentlichten Aufzeichnungen des Apostolischen Vikars von Kamerun, des Dieners Gottes Msgr. Heinrich Vieter SAC, die mit vielen Bildern ergänzt wurden.

Ich habe das Buch bis jetzt noch nicht gelesen, es scheint aber nach kurzem Durchblättern ein höchst vielversprechendes Werk zu sein. Band 1.2. bringt sehr reichhaltige Anmerkungen sowie eine äußerst ausführliche Tabelle über Vieters missionarischen Werdegang. Ursprünglich sollten die Aufzeichnungen bereits in den 1950er Jahren veröffentlicht werden, es kam aber nie dazu. Im Jahr 2011 ist dieses Buch schließlich im Pallotti-Verlag unter Bearbeitung von P. Norbert Hannappel SAC erschienen.

Das andere Buch ist, wie man sehen kann, ein antiquarisches Stück, aus der Feder von Msgr. Franziskus Hennemann SAC, dem Nachfolger Vieters als Apostolischer Vikar von Kamerun. Wie Vieter stammte er aus Westfalen. Nachdem Kamerun durch den Ersten Weltkrieg für die deutschen Pallottiner verloren ging, wurde er 1922 von Pius XI. nach Südafrika geschickt und wurde schließlich Apostolischer Vikar von Kapstadt, wo er Stellung gegen die Apartheidpolitik bezog, die er als „schädlich, unchristlich und zerstörerisch“ bezeichnete.


Das Buch ist auch vom kolonialhistorischen Standpunkt interessant und ist ebenfalls reich bebildert. Einige Exemplare sind wohl noch in Antiquariaten zu erhalten.

„Die Jugend ist unsere Zukunft“ gibt es beim Pallotti-Verlag oder auch bei Amazon. Hier muss man darauf achten, dass man nicht (wie ich) versehentlich den günstigeren Band 1.2. kauft, der nur die Anmerkungen und den Lebenslauf von Vieter enthält, sondern beide Bücher (Band 1.1. und 1.2). 

Sonntag, 3. Juli 2016

„Jeder gute Baum trägt gute Früchte“ – zum 7. Sonntag nach Pfingsten


Noch eine […] Eigenschaft bietet das katholische Missionswerk unserer Betrachtung dar, eine […] Frucht, aus der wir den inneren Wert des Baumes abschätzen können. Andächtige Christen! Zu allen Zeiten und unter allen Völkern hat die katholische Mission gearbeitet, und wie waren ihre Erfolge? Die Antwort auf diese Frage gibt die Weltgeschichte. Unzählige Völker hat das katholische Missionswerk aus der Barbarei und Knechtschaft emporgehoben zur christlichen Gesittung und Zivilisation. Die stolzen Nacken und Herzen der Heiden hat es unter das Kreuz Christi gebeugt und mit Christi Gnade veredelt und geheiligt. Zu Heiligen hat es die Verehrer von Holz und Stein gemacht. Das Missionswerk unserer katholischen Kirche hat durch seine ersten Glaubensboten das Heidentum der alten Welt überwunden und ein Christenvolk herangebildet, das seine Heiligkeit in der römischen Arena bewiesen hat.

Durch alle Länder Europas ist es dann mit der heiligen und heiligenden Lehre Christi gezogen und hat das christliche Europa geschaffen. Aus seiner Glaubenssaat sind die großen Heiligen unseres Volkes emporgewachsen. 

Über die Weltmeere ist das katholische Missionswerk gezogen, um auch in der Neuen Welt die Gnadenwunder der Heiligkeit zu wirken, und auf unseren Altären verehren wir Heilige, die aus weiter Ferne zur Kirche gekommen sind. 

Schauen wir hin auf unser Missionsfeld! Da fehlt es nicht an den Lilien der Unschuld und Jungfräulichkeit; da gebricht es nicht an den Rosen des Bekennertums; da finden wir heilige Männer und Frauen, Jünglinge und Jungfrauen, Kinder und Greise, und mit dem ehrwürdigen Beda können wir ausrufen: „O wahrhaft glückliche Kirche, wie blühest du so mannigfaltig, dass es dir nie an Rosen und Lilien mangelt!“ 

Im Laufe der Jahrhunderte hat die katholische Kirche durch ihr Missionswerk unter den Völkern das Antlitz der Erde erneuert. Heilig in ihrem Stifter, heilig in ihrer Lehre und in ihren Gnadenmitteln, ist sie heiligend über den Erdkreis geschritten. Die Wirkung muss aber der Ursache entsprechen und die Frucht der Natur des Baumes. Mit Recht schließen wir daher aus der Heiligkeit des Missionswerkes auf die Heiligkeit unserer Kirche.


(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)

Mittwoch, 29. Juni 2016

Der heilige Arnold Janssen über die Missionsschwestern

Die selige Maria Stollenwerk. Sie bat Arnold Janssen darum, ihr bei ihrem Wunsch zu helfen, Missionsschwester zu werden. Sie wurde die erste Oberin der Steyler „Dienerinnen des hl. Geistes“ und bildete viele Missionsschwestern aus. Später trat sie auf Wunsch des hl. Arnold Janssen als Schwester Maria Virgo zu den neugegründeten Steyler Anbetungsschwestern über.


„Man sollte sein Leben möglichst hoch für Gott einzusetzen streben. Gerade die weiblichen Genossenschaften scheinen in den Missionsländern einen besonderen Beruf zu haben. Das begriff schon der durch seine Klugheit so erfolgreiche Apostel Deutschlands, der hl. Bonifatius. Als er die eigene Kraft unzureichend fühlte, die religiöse Umgestaltung Deutschlands zu vollbringen, da rief er weibliche Klosterleute aus England, unter ihnen seine Verwandten, die heilige Walburgis und die heilige Lioba.“

Zu den Steyler Anbetungsschwestern (Rosa Schwestern), die für die Mission beten und opfern sollten, sagte er:

„Sie müssen sein wie Moses. Er hatte seine Hände ausgestreckt zum Gebet, als Israel in den Kampf zog. Solange er sie emporhielt, siegte Israel, wenn er sie sinken ließ, siegte Amalek! Diese Gebetsaufgabe ist ihnen zugefallen, und sie werden einst darüber gerichtet werden, ob sie diese Aufgabe treu erfüllt haben.“


(Quelle: Die Weltmission der katholischen Kirche, Januar/Februar 1951)

Sonntag, 26. Juni 2016

Ein 70-jähriger Pfarrer als Missionspionier in Afghanistan

Khaiberpass (James Mollison)

An einem Frühlingstag im Jahr 1928 las der 70-jährige Fr. George Blatter, Pfarrer von Saints Peter and Paul in Chicago, in einer Missionszeitschrift einen Artikel über Afghanistan. Danach fand er keine Ruhe mehr. Die Vorstellung, in ein verbotenes Reich vorzudringen, in dem es keine Missionäre gab und in dem jeder zum Tode verurteilt wurde, der eine andere Religion predigte als den Islam, lies ihn nicht mehr los. Lehrte nicht Christus, hinzugehen und alle Völker zu lehren? Er fragte sich, ob es nicht gut sei, wenn ein Priester als Mittler dieses Volkes und Landes das heilige Messopfer dort darbringe, um den Boden zu bereiten.

Er legte seinen kühnen Plan seinem Erzbischof, Kardinal Mundelein, vor, der wider Erwarten seine Einwilligung gab. So konnte er seine Pfarrstelle für einige Jahre niederlegen und seine Reise antreten. Doch die größte Schwierigkeit stand noch bevor: die Beschaffung eines afghanischen Passes. Die Regierung in Kabul riegelte nämlich das Land strikt gegen den Zutritt von Fremden ab. Noch strenger waren die Auflagen für Sendboten anderer Religionen, denn wer, wie bereits erwähnt, eine andere Religion als den Islam predigte, musste mit der Hinrichtung rechnen. Schließlich gewährte nach 1 ½ Jahren der afghanische Gesandte in Rom das Dokument.

Nun folgte die nächste Schwierigkeit. In der damaligen Zeit, als der transatlantische Luftverkehr noch nicht existierte, war die Reise lang und beschwerlich – es mussten etwa 20.000 Kilometer zurückgelegt werden. Fr. Blatter startete am 16. November 1928 in Chicago und kam am 23. Juli 1930 in Peshāwar an der Grenze zwischen Afghanistan und Britisch-Indien an (vermutlich dauerte es wegen der Passprobleme in Rom so lange). Er überquerte nun den Khaiberpass und betrat das verbotene Reich. Die Reise nach Kabul war wegen umherstreifenden Räubern gefährlich. Andere Reisende waren bereits kurz zuvor überfallen worden, es gab auch einen Toten.

Als Fr. Blatter glücklich in Kabul angelangt war, nahm er Kontakt zu den ausländischen Botschaften auf. Überall wurde er freundlich aufgenommen und für seine Kühnheit bewundert, doch waren sich auch alle einig, dass er sehr gefährlich lebte.

Bei seinen Auskundschaftungen stellte er fest, dass viele der Gesandten am afghanischen Hof Katholiken waren und zudem viele katholische Inder im Land als Kaufleute oder Arbeiter ihr Brot verdienten. Allein aus diesem Grund war die Errichtung eines Seelsorgspostens sehr erwünscht, wenn nicht gar dringend erforderlich.

Obwohl alle ihn davor gewarnt hatten, beschloss Fr. Blatter, seinen Aufenthalt in Afghanistan zu verlängern, denn nur so konnte er die nötige Vorarbeit für die Mission leisten. Er zog in eine notdürftige Herberge für Ausländer, wo er von Tee und gekochten Eiern lebte. Ein besonderes Merkmal der Einrichtung in dem „Hotel“: angebohrte Türrahmen, damit man besser lauschen konnte.

Am ersten Abend in der Herberge kam ein Hofbeamter, um den Fremdling auszukundschaften. Der ehrwürdige Priestergreis verheimlichte nicht seinen heiligen Beruf, fügte aber auch hinzu, dass er Schriftsteller und Verleger sei und gerne ein Krankenhaus für Frauen und Mädchen bauen wolle. Der Man bespitzelte ihn noch länger und sagte, er sei verpflichtet, dies zu tun, bis jeder Verdacht ausgeräumt sei.

Hätte Fr. Blatter öffentlich den Mohammedanern gepredigt, wäre es zu einem Aufstand gekommen. Er wollte vielmehr erreichen, dass das Volk sich an den Anblick eines Priesters gewöhnte. So trug er auch öffentlich den Priesterkragen und meist auch die Soutane. Schließlich feierte er auch privat die heilige Messe, wodurch das Hauptziel seiner Reise auch erfüllt war. Er dankte Gott für seine Güte und den Schutz auf der beschwerlichen Reise.

König Mohammed Nadir Khan

Schließlich lud ihn auch der afghanische Außenminister ein und hörte sich interessiert seine Erläuterungen zur christlichen Religion sowie die Vorschläge des Pfarrers zum Bau von Apotheken und Krankenhäusern an. Später traf er noch weitere Würdenträger und schließlich bei einer Audienz den König Mohammed Nadir Khan, der ihm die Hand schüttelte und alles Gute wünschte.

Leider erkrankte er im September 1930 so schwer an Malaria, dass er Afghanistan Richtung Indien verlassen musste. Nachdem seine Gesundheit wiederhergestellt war, fuhr er nach Bangalore, um dort der Apostolischen Delegatur Bericht zu erstatten. Dabei wurde eine Summe Geld als Unterhalt für den ersten Priester ausgesetzt, der dauerhaft in Afghanistan wirken sollte. Am 20. Januar 1932 wurde er in Privataudienz von Papst Pius XI. empfangen, und trotz seines Alters wollte er wieder nach Afghanistan zurückkehren.

Fr. George Blatter war wohl der erste katholische Priester seit mehreren Jahrhunderten, der in Afghanistan die heilige Messe zelebrierte, wenn nicht der erste überhaupt. Einige Jahre später kamen die Barnabiten, um sich der Seelsorge der katholischen Ausländer anzunehmen. Eine wirkliche Mission hat es bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gegeben. Beten wir, dass es bald der Fall sein möge!

(Quelle: Die Weltmission der katholischen Kirche, 1935 Nr. 3/4)


Hier noch einige Berichte über die alte Messe in Afghanistan (in Feldlagern). Leider sind bis auf eines die Bilder nicht mehr vorhanden.