Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Ein herzliches Vergelt's Gott...

...an dieser Stelle an Galahad bei Gloria TV für die zahlreichen Links auf mein Blog, seitdem hat meine Leserzahl deutlich zugenommen!

Montag, 20. Oktober 2014

Papst Pius' XI. Programm in einem Satz


„Unser Vorgänger ist der Missionspapst genannt worden; Wir wollen es noch mehr werden.“ 

(Aus: die katholischen Missionen, 1925)




Sonntag, 19. Oktober 2014

Der frühe Film im Dienst der Mission


Auf der Studenten-Missionstagung in Dayton wurde ein Film von mehreren Tausend Fuß Länge vorgeführt, der das Leben und Treiben der eingeborenen Christen von Uganda und das Wirken der Missionare zeigte. (Amerikanisches Familienblatt 1921, 250.) Es wird ferner gemeldet, dass von einer amerikanischen Gesellschaft Filmaufnahmen in den afrikanischen Missionen gemacht wurden, und zwar auf den Missionsfeldern der Weißen Väter, der Missionare von Mill-Hill und der Väter vom Heiligen Geist.


(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Freitag, 17. Oktober 2014

Wer ist für die Sioux der „Groß-Angreifer“?

Das Schloss des „Groß-Angreifers“ (Quelle)

Kein geringerer als Franz Xaver, der diesen Namen wohl verdient. Da die Sioux anscheinend alles Fremde irgendwie in ihre Sprache zu übersetzen pflegten, erhielt der größte Missionar der Neuzeit den Namen „Watekpeya Tanka“ (der „Groß-Angreifer“). So war auch die Sioux-Ausgabe eines Bildbands überschrieben, der 1922 in vielen verschiedenen Sprachen erschien. 
Schön erklärte mit dessen Hilfe der Katechist Alex einigen jungen Männern den Seeleneifer des hl. Franz Xaver: „Schaut auf Xavers Schloss; großmächtig, reich – und das hat Watekpeya Tanka (der Groß-Angreifer) alles dran gegeben, um in die große Welt zu gehen und Seelen zu retten. Seht, er sucht Seelen, lehrt sie die Lehren des Heilandes und baut seine Kirche auf!“…


(Quelle: die katholischen Missionen, 1925)

Dienstag, 14. Oktober 2014

„Tugendpreis“ der französischen Akademie für Missionsschwester

Medaille von Montyon (Quelle: Roi.dagobert)

Wohltuend berührt der Verfolgung der Orden gegenüber die Nachricht, dass die Französische Akademie den Tugendpreis Montyon [„Prix de vertu“] im Wert von 3000 Fr. einer Missionsschwester zuerkannt hat. Es ist die beinahe siebzigjährige Schwester St. Karl aus der Genossenschaft der Unbefleckten Empfängnis von Castres, die sich seit 1860 in Französisch-Kongo im Dienst der Mission opfert. Mit großer Willenskraft schuf sie, obwohl fast aller Mittel bar, ein Spital, ein Aussätzigenheim und eine Armenapotheke. Die Zeit, welche sie von der Pflege der Schwarzen und der europäischen Matrosen im Spital erübrigte, benutzte sie, um die ärmsten und verlassensten unter den Eingeborenen aufzusuchen. Als ein geheimnisvolles Wesen war „die weiße Frau“ im ganzen Land mit religiöser Scheu geachtet und geliebt.


(Aus: die katholischen Missionen, 1904)

Sonntag, 12. Oktober 2014

Wie apostolische Armut aussieht (Teil 2)

Forsetzung von hier

Der chinesische Handelsgeist lässt sich diese Gelegenheiten nicht entgehen. Kleine Verkäufer von Zuckerrohrstengeln, Melonenkernen und anderer guter Dinge postieren sich hier und dort und machen bei dem Andrang von Leuten gute Geschäfte. Solange der Bischof an einem Ort weilt, bildet er das eine, große Tagesgespräch und den Mittelpunkt des ganzen Interesses für alle Chinesen in der Runde. Alles erregt ihre Aufmerksamkeit; jede Bewegung wird beobachtet und gedeutet, jedes Wort mit Bemerkungen begleitet, die Kleider, die Züge, die Gestalt, der Bart, das Alter, alles bildet den Gegenstand zahlloser Fragen und wissbegieriger Erörterungen. Anfangs kommen einem solche Geduldproben recht hart an, und der Unwille ist oft nahe daran, überzufließen. Man sucht sich den Blicken zu entziehen. Aber wie und wohin? Die Wände bestehen aus schlecht gefugten Balken oder Brettern, die Ritzen und Spalten für hundert neugierige Augen offen lassen. Die Fenster sind viereckige Öffnungen, die nur durch ein mit Papier überklebtes Gitterwerk geschlossen werden können. Kaum hat man sich ins Zimmer zurückgezogen, so ist auch schon das Papier an zahlreichen Stellen heimlich durchlöchert, die Löcher mehren und vergrößern sich immer mehr, und durch jedes Loch spähen zwei neugierige Augen hinein, um den unglücklichen Insassen in alle Ecken zu verfolgen und zu beobachten. Und ist ein Neugieriger befriedigt, so nehmen gleich zwei andere Augen seine Stelle ein. Man muss die Nacht abwarten und auch dann hat man erst Ruhe, wenn das Licht ausgelöscht ist.

Die Betsäle oder Oratorien werden in den meisten Fällen einfach für 1–2 Jahre gemietet, und daher lassen sich baulichen Umänderungen u. dgl. nicht gut anbringen. Reiche Leute geben ihre Wohnungen nicht leicht dazu her, da eine solche Kapelle gleich zu Mittelpunkt einer starken Bewegung wird, eine zahlreiche Menge anzieht und daher für die übrigen Hausbewohner oder die Nachbarn recht unbequem werden kann. Man muss sich also mit der Wohnung schlichter Leute zufrieden geben. Was aber den Missionär bei solchen Gelegenheiten drückt, ist weniger die Armut und Unbequemlichkeit, als vielmehr der Gedanke, wie wenig solche Lokale dem Zweck einer Kapelle entsprechen und wie wenig würdig sie die Erhabenheit der christlichen Religion vor Augen stellen, zumal im Vergleich mit den oft prächtigen Pagoden daneben, in denen die zahllosen Götzenfratzen höhnisch zu lachen scheinen.

Um die Christen zu trösten, erzählt man ihnen immer wieder von Betlehem und von der Liebe des Weltheilands zur Armut und zu den Armen. Aber es bleibt doch der Wunsch nach etwas Besserem, und er steigert sich in schmerzlicher Weise da, wo bereits die Protestanten vorgedrungen und einen ihrer Tempel hingesetzt haben. Immerhin, die Hauptsache ist, dass die Leute trotz allem kommen und zahlreich von allen Seiten kommen, so dass der Raum meist lange nicht genügt.

Tatsächlich sind die Bekehrungen seit den letzten Wirren zahlreicher denn je zuvor. In dem einen Distrikt Weng-tschu zählt man über 500 Neugetaufte, während früher die Jahreszahl für die ganze Mission höchsten auf 300 kam. Freilich macht diese Zunahme der Bekehrung den Mangel an ordentlichen Kapellen erst recht fühlbar. Die reiche Ernte fordert Scheunen, um die Garben unterzubringen. Eine wirkliche Kapelle ist eine greifbare, dem wahren Gott und der wahren Religion gebrachte Huldigung, ein Leuchtturm, ein Haus des Heils; sie ist das „Herz einer Christengemeinde, von dem der warme Pulsschlag ausgeht.“ Man will ja keine stattlichen Kirchen, wie z. B. die St. Paulskirche in Weng-tschu, welche die ganze Stadt beherrscht; es genügt ein einfach schlichter Bau, der aber gut 200–300 Christen fassen kann. Eine ordentliche Kapelle zieht die Heiden an und erleichtert den Frauen den Besuch, die in jene engen Betsäle mit ihrem Gedränge schon der Schicklichkeit halber sich kaum hineinwagen.

Wenn diese Armut seiner Mission dem Bischof auf seiner Rundreise auch manchmal recht drückend auf die Seele fiel, so fehlten doch auch die Tröstungen und Lichtblicke nicht. Die Bekehrungen sind zahlreich, die Bevölkerung zeigt sich fast überall friedlich und wohlgesinnt, die Mission hat in vielen Orten Eingang gefunden, die ehedem eine sehr feindliche Haltung einnahmen. Wiederholt wurde dem Bischof gegen seinen Willen ein militärisches Geleit gegeben, und auch seitens der Mandarine fand er fast ausnahmslos freundliche Aufnahme. „Aber“, so schließt der Bischof, „auf allen Erlebnissen der langen Reise machte sich immer und immer wieder ein Wunsch mächtig geltend: Kapellen, Kapellen! Kapellen, um Gott würdiger zu verehren, um die Heiden anzuziehen; Kapellen, um die Neubekehrten unter Dach zu bringen.“ Das ist die Kirchennot in der großen Diaspora der Heidenwelt.


(Aus: die katholischen Missionen, 1904)

Samstag, 11. Oktober 2014

Wie apostolische Armut aussieht (Teil 1)

Msgr. Paul-Marie Reynaud C.M.

In den Hafenorten und den bedeutenderen Städten Chinas sehen wir die katholische Mission fast überall schon durch stattliche Kirchen und schöne Anstalten vertreten. Anders ist es vielfach auf dem flachen Land, in den kleineren weit zerstreuten Außenposten. Hier trägt die Mission mancherorts noch ein recht ärmliches Gewand, und hier fühlt der Missionär oft genug die ganze Bitterkeit der apostolischen Armut. Solche Erfahrungen hat vor einiger Zeit auch der Apostol. Vikar der Lazaristenmission von Tschekiang, Msgr. Reynaud, auf einer weiten Rundfahrt durch seinen Sprengel gemacht.

„Wir sind aus den Katakomben in die Scheunen gestiegen“, so fasst er seinen Eindruck zusammen. Die Kapellen der neueren Christengemeinden gleichen in der Tat großenteils armseligen Scheunen und sind so niedrig, eng und dunkel, dass man darin kaum aufrecht stehen kann. „Wenn ich sitzend predige, so sehe ich einen großen Teil der Zuhörer nicht; stehe ich auf, so habe ich sicher einen Balken vor Mund oder Augen. Es kostet große Anstrengung, will man sich in diesem Labyrinth von Balken und Pfosten seiner Zuhörerschaft mit den glattrasierten Köpfen überall verständlich machen.“

Um bei der Firmung die Mitra aufzusetzen und nicht mit dem Kopf anzustoßen, musste der Bischof seinen Sitz in die Mitte unter den Dachfirst verlegen. Hier geht es allenfalls. Er sei aber selten ohne Beule am Kopf aus diesen „Kapellen“ herausgekommen. Sehr oft sind dieselben bloß ein größeres Zimmer in einem chinesischen Haus. Bei der heiligen Messe oder dem Hochamt spendet dann die nahe Küche den Weihrauch, da sie von der Kapelle nur durch eine schlecht gefügte Bretterwand getrennt ist und der Rauch abzieht, wo er gerade eine Öffnung findet. Alles hustet bei dem Qualm, der in dem niedrigen, dicht gefüllten Raum erstickend wirkt.

Eine harte Probe für den Bischof war der geradezu unbezähmbare, dreiste Vorwitz, der den Chinesen eigen ist. Das Bischofszimmer bestand in den meisten Fällen aus einem Raum, der gleichzeitig als Sprech-, Ess-, Rauch- und Schlafzimmer, außerdem als Durchgang für die Dienerschaft und als Tummelplatz der Hühner, Hunde, Katzen, Schweine diente. Das alles geht noch an. Aber die Menge der sich zudrängenden Leute, meist noch Heiden, die um jeden Preis den großen Mann sehen wollen, macht die Lage oft fast unerträglich. Das ist ein Gedränge! Jedes Plätzchen ist besetzt. Stühle, Tische werden erklommen, um besser sehen zu können. Jeder verteidigt seinen Standort gegen den Nachdrängenden. Es ist keine Kleinigkeit, da Ruhe und Ordnung zu schaffen, falls im selben Raum auch noch Gottesdienst, Predigt oder Christenlehre gehalten werden soll. Den ganzen Tag gibt’s keine Ruhe. Eine Gruppe Neugieriger löst die andere ab. Es sind Leute aus allen Ständen und Klassen, Männer und Frauen, Jung und Alt, „Gelehrte“, Kaufleute, Bauern und Tagelöhner. Alle wollen den Bischof sehen, ihm ihre Aufwartung machen, und alle kommen vor allem, um ihn gründlich von oben bis unten zu mustern.

(Aus: die katholischen Missionen, 1904)

Fortsetzung hier