Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Sonntag, 20. April 2014

Bischof Schreiber über die Missionspflicht der Katholiken (Teil 6)

Papst Pius XI. bei der Einweihung des neuen Campus der Päpstlichen Universität Urbaniana. Anwesend sind Kleriker (wohl Seminaristen) aus verschiedenen Missionsländern

Fortsetzung von hier


(…) Ich schließe. Mein Blick schweift zurück zum Areopag in Athen. Dort steht der große Völkerapostel Paulus vor den Vertretern der heidnisch-griechischen Kultur. Er gibt Zeugnis von der Pflicht der Missionierung des ganzen Erdkreises durch Boten Christi. Er ist sich bewusst, dass die Erfüllung dieser Pflicht auch durch reiche Erfolge in der Zukunft belohnt werde. Denn er glaubt an den Sieg des Kreuzes Christi. Zwar führt sein jetziges Auftreten in Athen nur wenige aus der Zuhörerschar der Kirche Christi zu. Aber, durch seinen Meister belehrt, weiß er, dass die Missionsarbeit in Christi Namen, für Christi Reich, durch Christi Kraft vollzogen , nach und nach die ganze Welt erobern wird.

Einen Widerhall dessen, was Paulus damals hinsichtlich der Missionspflicht darlegte und hinsichtlich der Missionspflicht darlegte und hinsichtlich der Missionserfolge voraussah, erlebte ich in Rom in der Peterskirche bei dem großen Missionsfest zu Pfingsten 1922. Der welterobernde Erfolg der Missionsarbeit der Kirche trat überwältigend vor mein Auge. Wohl 80.000 Menschen aus der ganzen Welt waren zu diesem Missionsfest im Petersdom zusammengeströmt. 250 Bischöfe aus allen Erdteilen waren hier versammelt. Neben mir zur Rechten saß ein schwarzer Bischof aus Südindien, neben mir zur Linken ein Bischof aus Kanada und vor mir ein Bischof aus Australien. 

Thomas Kardinal Tien S.V.D., der erste Kardinal Chinas und wahrscheinlich der erste Kardinal der Neuzeit, der aus dem Heidentum konvertierte. Er wurde erst im Alter von 11 Jahren getauft.
Alle diese Söhne und Töchter der verschiedenen Völker und Nationen des Erdkreises, Bischöfe, Priester und Laien, sind seit den Tagen des Herrn in ihren Vorfahren, manche erst in ihren Vätern, wieder andere sogar erst jüngst durch die Missionsarbeit zu Jüngern Christi, zu Gliedern seiner Kirche, zu Schäflein in der einen Hürde unter dem einen obersten Hirten gemacht worden. Sie sind die Abgesandten von mehr als 250 Millionen Katholiken auf dem ganzen Erdball. Sehen Sie da den gewaltigen Erfolg der Missionsarbeit, die Paulus vor fast 1900 Jahren auf der Hochburg der heidnisch-griechischen Kultur begann.

Das Papstamt im Petersdom beginnt. Nach dem Evangelium besteigt der Hl. Vater die Cathedra, die in der Apsis in der Peterskirche hinter dem Hochaltar für ihn aufgerichtet ist. Er spricht von der Missionsarbeit der Kirche. Durch die Jahrhunderte schreitend bringt er in Erinnerung die gewaltigen Leistungen, welche die katholische Kirche in den Heidenländern für Christi und sein Reich und für das Seelenheil der Heiden vollbracht hat. Sein Auge leuchtet, als er von den Großtaten der Missionare und Missionarinnen in den Heidenländern der Vergangenheit und der Gegenwart berichtet. Seine Bewegungen werden lebhafter, als er zu sprechen kommt auf das, was insbesondere auch die Propaganda in Rom in den 300 Jahren ihres Bestehens für die Missionierung der Heidenwelt getan hat. Seine Stimme wird stärker und eindringlicher, als er vor dem geistigen Auge der um ihn gescharten Kardinäle und Bischöfe, Priester und Laien die großartigen Gesamterfolge der Missionsarbeit der Kirche erstehen lässt.

Jetzt wendet sich der Papst den weiten Länderstrecken zu, die noch in Finsternis und Todesschatten liegen. Er spricht von der furchtbaren Verantwortung, die auf ihm und den Bischöfen und den Priestern und dem gesamten katholischen Volke lasten für das Seelenheil dieser ungezählten Millionen Heiden. Und je mehr der Heilige Vater sich vertieft in die Betrachtung dieser Seelennot des größten Teils der Menschheit und je mehr er die dieser Seelennot gegenüberstehenden Missionspflicht der Kirche ermisst, desto bewegter wird seine Stimme, desto wärmer schlägt sein Herz, desto mehr füllen sich seine Augen mit Tränen, sodass er Mühe hat, der Wehmut und Rührung Herr zu werden.
Wie Feuerfunken sprühen die Worte des Papstes in die Herzen der um ihn versammelten Kardinäle und Bischöfe, Priester und Laien, seine apostolischen Gedanken, sein glühender Seeleneifer, seine tiefgehende Bewegung teilen sich ihnen mit überwältigender Wirkung mit. Alles steht unter der Wucht des Gedankens: Die Missionsarbeit ist für uns alle eine heiligste Pflicht und schwerste Verantwortung.

Der Papst stimmt das Credo an. Die versammelten Kardinäle und Bischöfe beten es alle mit ihm, und die den weiten Petersdom füllenden 80.000 Christen bekennen im Herzen dasselbe, was der Papst mit den um ihn gescharten Bischöfen des Erdkreises mit Herz und Mund bezeugt. Was war das doch für ein unvergessliches Erlebnis! Diese sichtbare Darstellung der einen heiligen, katholischen und apostolischen Kirche! Alle, die aus dem ganzen Erdenkreis hierher zusammen kamen, bekennen sich überzeugungsvoll zu demselben katholischen Glauben in allen seinen Einzellehren, zu demselben katholischen Sittengesetz in allen seinen Einzelsatzungen, zu demselben heiligen Tugendstreben nach dem Beispiel Christi und der Heiligen, zu derselben großen Allgemeinheit der unter dem Papst und den Bischöfen stehenden Gläubigen, und jeder der hier anwesenden Bischöfe besitzt den Adelsbrief seiner Abstammung von einem der Apostel. Aus dem Munde der aus den verschiedenen geistlichen Kollegien Roms gebildeten Schar von 900 Sängern, die die Pfingstmesse nach den Choralmelodien der Vaticana vortragen, dringen jetzt die Worte an unser Ohr: „et unam sanctam, catholicam et apostolicam ecclesiam – ich glaube an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.“

Herz und Auge wird beim mächtigen Klang dieser Worte unwillkürlich emporgehoben. Ich schaue nach oben. Über uns wölbt sich die gewaltige Kuppel, die Michelangelo in kühnem Wagen in die Lüfte hinauf getürmt hat. Am unteren Rand dieses Riesenbaus lese ich in schwarzen Lettern auf goldenem Grund das Wort des Herrn: „Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et portae inferi non praevalebunt adversus eam – Du bist Petrus der Fels, und auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.“
Niemals in meinem Leben ist mir mit größerer Deutlichkeit und Wucht die gewaltige Größe der katholischen Kirche zum Bewusstsein gekommen – jener Kirche, die wahrhaft die ganze Welt umspannt, die in ihrer Einheit, Heiligkeit, Allgemeinheit und apostolischen Nachfolge vor den Augen der ganzen Menschheit emporragt als „der Berg des Hauses des Herrn, fest gegründet auf dem Gipfel der Berge und erhöht über die Hügel. Und alle Völker werden zu ihm strömen und die Völker werden hinwallen und sprechen: kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berge des Herrn und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns seine Wege lehre und dass wir auf seinen Pfaden wandeln, denn von Sion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem.“ (Is. 2,2-3)

Für eine solche Kirche leben und arbeiten, auch als Laienapostel, auf allen Gebieten der Gottes- und Nächstenliebe, in der katholischen Stadt, im katholischen Dorf, aber auch in der Heidenmission oder für die Heidenmission, durch gutes Beispiel, durch christliche Kindererziehung, durch Gaben und Spenden, seien sie auch noch so klein; dieser Kirche durch die Missionsarbeit in Erfüllung der Missionspflicht immer größere Scharen von Menschen zuführen: das ist wahrhaft „das göttlichste aller göttlichen Dinge“. Das ist das Hehrste und Erhabenste, was wir für Gott, für Christus, für das Heil der Menschen tun können. 

Dieser Kirche wollen wir heute Abend wiederum unsere Treue und unsere Mitarbeit geloben, von ihr wollen wir nicht wanken und weichen, ihr gehört unser Verstand und unser Wille uns denn frohbewegt und begeistert einstimmen in das Lied, das uns schon von Jugend auf lieb und teuer geworden ist, in das Lied:

Fest soll mein Taufbund immer stehn, ich will die Kirche hören.


(aus: die katholischen Missionen, 1925)


Gesegnete Ostern!

Donnerstag, 17. April 2014

Wie Kardinal Massaia seine Oromos zu Priestern ausbildete – das Ergebnis: ein äthiopischer „Pfarrer von Ars“

Guglielmo Kardinal Massaia O.F.M. Cap., ehemaliger Apostolischer Vikar der Gallasländer (heute Teil von Äthiopien)

(…) Massaia befolgte bei der Erziehung der einheimischen Priester eine ganz ähnliche Methode, wie er sie in der Schule de Jacobis‘ gelernt hatte. Er wählte sich aus seinen Gallajünglingen (Galla ist eine alte Bezeichnung für den äthiopischen Volksstamm der Oromos) die tüchtigsten aus und hatte sie stets um sich. Las er die heilige Messe, so mussten sie genau auf alles acht geben. Massaia machte alle Zeremonien langsam und sprach jedes Wort deutlich aus, so dass seine Gallas gut folgen konnten. Spendete er die heiligen Sakramente, so mussten sie teilnehmen und sich alles ansehen und merken.
Diejenigen, die bereits Weihen hatten, ließ er täglich, mit Dalmatiken bekleidet, mit an den Altar treten, damit ihnen so die heiligen Handlungen und Zeremonien in Fleisch und Blut übergingen. 
Abends sammelte er dann die Jünglinge um sich und erklärte ihnen die Bedeutung der Zeremonien und die sich anschließenden theologischen Fragen. Alles dies nicht in einer gelehrten, schulmeisterlichen Weise, sondern kurz, klar, bündig, der Fassungskraft seiner Zuhörer und den Bedürfnissen der schlichten, ungebildeten Bevölkerung entsprechend, unter welcher sie später wirken sollten.

Sein Hauptaugenmerk war nicht auf eine allseitige wissenschaftliche Ausbildung gerichtet, die hier unnütz, ja hinderlich schien, sondern auf die sittliche religiöse Erziehung. Vor allem suchte er sie mit wahrer Liebe zu Christus und feurigem apostolischem Eifer zur Verbreitung seines Namens zu erfüllen.
Die so erzogenen Priester waren keine Gelehrten, aber tüchtige, brauchbare Mitarbeiter. 

Mehr wie einem hat der greise Kirchenfürst später in seinem Buch ein schönes Denkmal gesetzt. „Jung an Jahren“, so erzählt er zum Beispiel, „war Morka ein Alter an Verständigkeit und Tugend…Während der kurzen Zeit seines Wirkens wurde er für seine Gallas ungefähr das, was der Pfarrer von Ars für die Franzosen seiner Zeit (war). Schlichtheit und Offenheit des Wesens, priesterliche Gesinnung und apostolischer Eifer ersetzten bei ihm reichlich den Mangel an Schulbildung und Wissen.“


Während von den europäischen Missionären mehrere ihrem Beruf wenig Ehre und ihrem Bischof schweren Kummer machten, bewährten sich die von Massaia selbst erzogenen einheimischen Priester vorzüglich. Gleich die beiden ersten, Abba (Pater) Mikael Haylu und Abba Johannes leisteten beim Aufbau der Mission unter den Gallas und in Kaffa ganz wesentliche Dienste. 

Mehrere starben als Bekenner Christi, andere trugen an ihrem Leibe zeitlebens die Spuren der um des Glaubens willen erlittenen Misshandlungen. Sie waren es, die auch hier während der Verbannung der Missionäre mutig auf ihren Posten ausharrten und den völligen Ruin der Mission aufhielten. (…)

(Aus: Der einheimische Klerus in den Missionsländern, von Anton Huonder S.J., 1909, mit Imprimatur)

Mittwoch, 16. April 2014

Große Missionsbischöfe: gehasst von den Revolutionären, geliebt von den Edlen – Msgr. Peter Schumacher, Bischof von Portoviejo, Ecuador



Am 15. Juli schloss zu Samaniego, einer Ortschaft der Provinz Túquerres (Kolumbien), Msgr. Peter Schumacher, Bischof von Portoviejo in Ecuador, seine müden Augen. Er starb in der Verbannung, ein wahrer Bekennerbischof. Bischof Schumacher und der gleichfalls der Lazaristenkongregation angehörige Bischof Thiel von Costa Rica (+1901) bilden zusammen ein glänzendes Doppelgestirn. Sie zeigen, wie gerade der deutsche Priester mit seiner Arbeitskraft und zähen Ausdauer berufen scheint, der südamerikanischen Kirche neues Leben einzuhauchen.

Bischof Schumacher ist gebürtig aus Kerpen bei Köln, wo er am 11. Januar 1839 als Sohn braver katholischer Eltern zur Welt kam. Nach Vollendung seiner Gymnasialstudien zu Münstereifel trat er 1857 zu Paris in die Kongregation der Lazaristen, wirkte nach seiner Priesterweihe zunächst acht Jahre lang als Missionär in Chile und dann, gesundheitshalber nach Europa zurückgekehrt, als Professor der Theologie und Kirchengeschichte am Priesterseminar von Montpellier in Frankreich. 

Inzwischen war unter dem edlen Garcia Moreno im fernen Ecuador eine neue, bessere Zeit angebrochen. Zu seinen großen Reformplänen gehörte auch ein von Lazaristen geleitetes neues Priesterseminar. Schumacher war der Mann, der es schaffen sollte. Hand in Hand mit dem herrlichen Präsidenten arbeitete er mit voller Hingabe an dieser wichtigen Aufgabe. „Nur wer zu den Mühen,“ so schreibt das Boletin Eclesiastico von Quito (1902,403), „die mit einem solchen Unternehmen überhaupt verbunden sind, noch die besonderen Schwierigkeiten in unserem Land in Betracht zieht, wird das Verdienst Schumachers vollauf würdigen können.“ 

Er gab der Erzdiözese drei große, prächtige geistliche Erziehungsanstalten, das Knaben- und ein Priesterseminar in Quito und das Institut von Atocha, und legte nicht nur zum geistigen Gebäude den Grund, sondern arbeitete auch mit seinen eigenen Händen und im Schweiße seines Angesichts am materiellen Bau. „P. Schumacher war gleichzeitig Baumeister und Feldmesser, Maurer und Zimmermann, Maler und Blechschmied, dabei der pünktlichste Direktor, Professor in mehreren Klassen, stets der erste bei den Übungen der Frömmigkeit im Kreise seiner Mitbrüder wie an der Spitze der Alumnen.“

13 Jahre lang (1872-1885) hatte Schumacher unermüdlich als Erzieher und Bildner eines neuen Klerus gearbeitet und mit Hilfe seiner Mitbrüder die Weltgeistlichkeit von fast ganz Ecuador reformiert, als ihn der Wille des Papstes auf den 1871 errichteten Bischofssitz von Portoviejo in der Küstenprovinz Manabi berief. 

Die Diözese Portoviejo umfasst mehr als die Hälfte der langgestreckten Küste von Ecuador und zählte damals etwa 130.000 bis 150.000 Einwohner, teils Weiße spanischer Abkunft, teils Neger und Mischlinge von Weißen und Negern, und einige Tausend Indianer, dem Namen nach sämtlich katholisch, in Wirklichkeit aber größtenteils der Kirche entfremdet. Als Bischof Schumacher im Jahr 1885 die Regierung seiner ausgedehnten Diözese antrat, fand er das Land in einem halbwilden Zustand. Nirgends war ein Priester, nur hier und da eine vereinzelte verwahrloste Schule; Raub und Mord waren an der Tagesordnung, und unter der herrschenden Unsicherheit lag der Landbau vollständig danieder. 

Der neue Oberhirt wandte zunächst seine Sorge der Beschaffung guter Priester und der Bildung der Jugend zu. Nach Überwindung unsäglicher Schwierigkeiten gelang es ihm, aus Deutschland, Frankreich, Nordamerika, Italien und Spanien die nötigen Priester ins Land zu ziehen und mit Hilfe von männlichen und weiblichen Ordensgenossenschaften in allen Teilen des Landes Anstalten zum Unterricht und zur Erziehung der Jugend, zur Heranbildung einer tüchtigen Priesterschaft und zur Hebung von Religiosität und Sitte zu gründen. 
Rasch blühten dieselben empor, und es begann sich allgemein ein frisches, religiöses Leben zu entwickeln. Ruhe und Zufriedenheit kehrten in die Familien und Gemeinden ein, es hob sich die allgemeine Sicherheit, Ackerbau und Viehzucht gediehen, und alljährlich wurden in dem ergiebigen Boden Tausende von Kaffee- und Kakaobäumen angepflanzt. Zur Hebung der äußeren Wohlfahrt baute der Bischof Brücken, verbesserte die Verkehrsmittel, führte Bewässerung durch Windmühlen ein und lehrte eigenhändig die Anfertigung von Ziegeln. 

Die Diözese Portoviejo war bald in religiös-sittlicher wie in materieller Hinsicht der blühendste Teil des Landes, und Bischof Schumacher wurde als der Urheber dieser Blüte von der Liebe des Volkes getragen. Sein wohltätiger Einfluss blieb auch nicht auf seinen Sprengel beschränkt: das ganze Land trug die unverlöschlichen Spuren seines Wirkens. 
Seine Ferienzeit hatte er in der Regel der Bekehrung und der Zivilisierung der umwohnenden Indianer gewidmet. So kam es denn, dass er seit den Tagen des seligen Präsidenten und Landeserneuerers Garcia Moreno der allgemein verehrteste und volkstümlichste Mann von Ecuador war.

Je ersichtlicher aber die Liebe und Anhänglichkeit des Volkes an Bischof und Kirche zunahmen, umso heftiger steigerten sich der Hass und die Wut der geheimen Gesellschaften, die ja seiner Zeit auch de Präsidenten Garcia Moreno um seiner Kirchentreue willen ermordet hatten. Zuerst suchten sie durch die schamlosesten Lügen und Verleumdungen in ihren gottlosen Zeitungen das segensreiche Wirken des Bischofs zu untergraben; als dieser jedoch zur Bekämpfung jener Schandblätter das katholische Wochenblatt El Hogar Cristiano gründete und hier alle Angriffe und Anfeindungen immer siegreicher zurückwies, fassten die Freimaurer den Beschluss, ihn durch Mord zu beseitigen. Wiederholt wurden Mordanschläge gegen sein Leben unternommen,, aber mit Gottes Hilfe jedes Mal durch die Wachsamkeit der Priester und der Seminaristen und bei besonderen Gefahren auch durch den Schutz des treuen katholischen Volkes glücklich vereitelt. 

Da die Mordgesellen auf diesem Weg nicht zu ihrem Ziel gelangten, zogen sie sich in das Gebirge zurück und bildeten dort mit flüchtigen Verbrechern eine Art Räuberbande, welcher sich bald auch Gesindel aus aller Herren Ländern zugesellte. Solche Elemente pflegt die in Mittel- und Südamerika bestehende internationale Revolutionspartei jeweils an den Punkten zu sammeln, wo ein Aufstand geplant ist. Aus ihnen werden dann Heere gebildet, welche sich je nach Umständen Patrioten, Befreier, Wiederhersteller usw. dieses oder jenes „Vaterlandes“ nennen.

Als nun in der wichtigen Hafenstadt Guayaquil die Revolution ausbrach, rückte diese Bande, die mittlerweile auf etwa 400 Köpfe angewachsen war und die Reisenden und die umliegenden Dörfer unter dem Feldgeschrei: Muera Cristo! Viva la Libertad! (Tod Christus! Es lebe die Freiheit!) u. dgl. plünderte, am 1. Mai 1895 gegen die Bischofsstadt, wurde aber von der kleinen, nur 40 Mann starken Besatzung zurückgeschlagen und ihr Führer getötet. 
Die unsichere Lage ließ jedoch die zeitweise Entfernung des Bischofs als ratsam erscheinen. Am 20. Juni 1895 kam der Plan zur Ausführung; allein anstatt seinen Feinden zu entgehen, fiel der Bischof ihnen geradewegs in die Hände. In aller Frühe hatte er sich mit fünf Priestern auf den Weg gemacht, und gegen Abend erreichte er das Kloster der Benediktinerinnen zu Calceta, wo er zu übernachten gedachte, um am nächsten Tag die Flucht fortzusetzen.

 Kaum aber dort angelangt, wurden die Flüchtlinge von einer Bande Verschwörer unter dem bekannten Ruf: Muera Cristo! umzingelt, gefangen genommen und mit dem Tod bedroht. Der Kapuzinerpater Angelus erhielt dabei einen Schuss in die Hüfte, den Bischof und die übrigen Priester schützten die Schwestern mit eigener Gefahr.
Durch die treugebliebenen Soldaten wurden die Bedrängten jedoch in der äußersten Gefahr gerettet. 

Fünf Tage und fünf Nächte marschierten sie dann, fortwährend den Tod vor Augen, unter beständigen Angriffen der Feinde, inmitten der Truppen, durch Flüsse und Sümpfe, bis sie endlich den Urwald erreichten. Hier waren sie nun der Verfolgung der Rebellen entzogen, um aber neuen Gefahren entgegen zu gehen. Nach unsäglichen Mühsalen und Bedrängnissen gelangte der Bischof, von der Bevölkerung mit Jubel empfangen, am 20. Juli in die Landeshauptstadt Quito. 

Allein auch hier war sein Leben bald wieder gefährdet, da durch den Verrat des kommandierenden Generals die Revolution siegte. Nun floh er nach dem benachbarten Kolumbien und lebte hier seit der Zeit zu Túquerres (Diözese Pasto) von den Almosen des gläubigen Volkes, des Tages harrend, wo der Allmächtige seine strafende Hand von dem armen Ecuador zurückziehen werde.
Er sollte diesen Tag nicht erleben. Aber auch in der siebenjährigen Verbannung war der Bischof nicht untätig. 

Msgr Schumacher (in Mantelletta und Chorhemd) neben dem hl. Ezequiel Moreno (schwarzes Rekollektengewand mit langem Gürtel und Bischofskreuz) bei Kapuzinern in der Diözese Pasto. Der heilige Bischof von Pasto, der Bischof Schumacher in seiner Diözese aufnahm und sein enger Freund war, hielt auch dessen Leichenrede, bei der er sagte: Die oberhirtlichen Tugenden des hochwürdigsten Herrn Peter Schumacher und insbesondere sein Starkmut bei der Verteidigung der Unversehrtheit des Glaubens machten aus ihm einen Bischof, wie ihn die Kirche in diesen Zeiten braucht.

Sein Aufenthalt wurde, wie das genannte Boletin ausführt, für Samaniego und Umgebung ein wahrer Segen, da der an Tätigkeit gewohnte deutsche Bischof auch hier rastlos an der geistigen und materiellen Hebung der Bevölkerung arbeitete. 

Konnte er die Katholiken Ecuadors nicht mehr durch seine Gegenwart und sein lebendiges Wort stärken, so tat er es mit der Feder. Seine Schrift „¿Teocracia o Demoncracia? ¿Cristo o Lucifer? ¿Quien vencerá?“ (Soll Gott herrschen oder Satan? Christus oder Luzifer? Wer wird siegen?), die wiederholt gedruckt wurde, war ein flammender Protest gegen die schmachvolle Politik der radikalen Regierung, die das Programm des elenden Empokömmlings Eloy Alfaro „Ich komme, um der Herrschaft Gottes in Ecuador ein Ende zu machen“, nach Kräften auszuführen suchte. Mit schonungsloser Schärfe legte Schumacher die für die geistige und materielle Wohlfahrt gleich verderblichen Folgen jener Misswirtschaft dar und geißelte die Heuchelei der Logenmänner, die die Freiheit verheißen und eine unerträgliche Tyrannei gebracht hätten. 

Gebrochen durch körperliche Leiden und Sorgen, starb der Bekenner Christi, heilig, wie er gelebt. Als ihm die letzte Wegzehrung gebracht wurde, legte er mit letzter Kraft noch einmal das katholische Glaubensbekenntnis ab und verzieh feierlich all seinen Feinden und Verfolgern. 

Ein Wehklagen ging bei der Kunde seines Todes durch die Bevölkerung. „Unser Vater, der heilige Priester ist tot“, riefen die Leute auf den Straßen. Auch in Ecuador machten die Todesnachrichten tiefen Eindruck. Selbst die unabhängige La Patria feierte den Hingeschiedenen als „das heldenmütige Opfer einer traurigen Missregierung“, als den „starken Paladin der kirchlichen Rechte“, der, gehasst von den Revolutionären, geliebt von den Edlen des Landes, in harter Verbannung und beladen mit ungerechter Schmach seine irdische Laufbahn vollendet habe.


(Aus: die katholischen Missionen, 1903)

Montag, 14. April 2014

Christenverfolgung in China: Ein gerade getaufter Greis zeigt sich standhaft im Glauben


(Süd-Honan) (...) Augenblicklich ist hier zwar alles ruhig, da der Krieg mit Frankreich zu Ende ist, aber wo die Behörden den Christen feindlich gesinnt sind, dauern die Verfolgungen mehr oder weniger offen fort. Noch in diesen Tagen mussten wir in dieser Hinsicht traurige Erfahrungen machen. 
Vorige Woche verjagten die Heiden den Missionär aus einer neuen Christengemeinde von zehn Familien, die sich zur Taufe vorbereiteten. Schon seit vorigem Frühjahr nämlich hatten dort beständige Streitigkeiten mit den Heiden bestanden, welche die Christen zu Geldbeiträgen für die Komödien und andere abergläubische Gebräuche zwingen wollten. Zuerst kam es deshalb zu Schmähreden gegen die Christen, man drang in ihre Häuser ein und riss die religiösen Bilder von den Wänden herunter; endlich fesselten und misshandelten unsere Gegner einen der angesehensten Christen, der am kräftigsten gegen die Ungerechtigkeiten und Gewaltakte aufgetreten war. 

Wir wandten uns daraufhin an den Mandarin des Ortes, aber vergebens. Höchstens bekamen wir einige schöne Worte, mit denen man uns Sand in die Augen zu streuen suchte. Die Gewalttaten erneuerten sich in Folge dessen. Wiederum machte ein Haufen Gesindel nach dem Dorf sich auf, ergriff einen angesehenen Christen, einen armen Greis von über 70 Jahren, und schleppte ihn gebunden in eine Pagode, wo er gezwungen werden sollte, einige Sapeken für die Komödie und anderen Aberglauben zu bezahlen. Der gute Greis, der kaum am Tag vorher war getauft worden, weigerte sich; und daraufhin hingen die Barbaren ihn an einem Balken auf und begannen ihn grausam zu schlagen. Trotzdem aber blieb unser Christ fest bei seinem Entschluss, eher zu sterben, als vom Schmerz sich besiegen zu lassen. 
Übel zugerichtet blieb er liegen, aber nach einigen Stunden kehrten die Unholde zurück und schlugen ihn zum zweiten Mal noch grausamer, als zuvor. Auch jetzt noch blieb der würdige Schüler Christi fest und erklärte, eher werde er sich in Stücke reißen lassen, als dass er teilnehme an einer götzendienerischen Handlung, wie sie mit den chinesischen Komödien verbunden sind. 
Schließlich wurde er gegen Abend zum dritten Mal misshandelt; aber auch dieses dritte Mal blieb der gute Greis Sieger, obgleich er mehr tot als lebendig war. 

Wir haben uns an die Behörden gewandt, aber werden wir Genugtuung erhalten? Unterdessen loben und bewundern wir den Herrn, dessen Arm noch nicht verkürzt ist und der noch immer und überall Beispiele von heldenmütiger Standhaftigkeit erweckt. Zudem hoffen wir, unsere Katechumenen werden nach glücklich überstandenem Sturm die heilige Taufe mit größerer Sehnsucht empfangen. Auch die Gemeinde des P. Genini, die im vorigen Jahr viel durchzumachen hatte, erfreut sich jetzt des Friedens und eines glücklichen Wachstums. Der genannte Pater hat dieses Jahr 38 Erwachsene getauft.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1886)

Sonntag, 13. April 2014

Große Missionsbischöfe: der heiligmäßige Patriarch – Msgr. Vincenzo Bracco, lateinischer Patriarch von Jerusalem


Ein schmerzlicher Verlust traf die Kirche des heiligen Landes durch den Tod ihres heiligmäßigen, hochverehrten Patriarchen, Msgr. Vincenzo Bracco, der am heiligen Fronleichnamsfest in Jerusalem nach kurzem Krankenlager seine Reise zum himmlischen Jerusalem antrat.

 Geboren am 15. September 1835 zu Torazzo in der Diözese Albenga am Meerbusen von Genua, machte Vincenzo seine Studien in dem von den Lazaristen geleiteten Kolleg der auswärtigen Missionen zu Genua, wurde 1859 Priester und begab sich bereits im folgenden Jahre in die Mission des heiligen Landes. Msgr. Valerga, Der tatkräftige Patriarch von Jerusalem, lernte als scharfblickender Menschenkenner sehr bald die gründliche wissenschaftliche Bildung und die Tugend des stillen, bescheidenen Priesters schätzen, berief ihn zunächst als Professor der Theologie an sein Seminar zu Beitschale bei Betlehem und ernannte ihn zwei Jahre später zum Regens des Seminars und zum Kanonikus an der Kirche des heiligen Grabes.

Da der Patriarch in seiner Eigenschaft als Apostolischer Delegat des hohen Libanons oft längere Zeit von Jerusalem entfernt sein musste, erbat er sich von der Propaganda einen Weihbischof und schlug als solchen seinen erprobten Seminarregens Don Vincenzo vor, der dann auch am 13. Mai 1866 als Titularbischof von Magida in der heiligen Grabkirche die Bischofsweihe empfing. Seit Jahrhunderten hatte die heilige Stadt keine solche Feier mehr gesehen.

Tatkräftig nahm der neue Weihbischof an den vielen Unternehmungen des energischen Patriarchen seinen Anteil. So ist die endliche Vollendung der schönen, dem Namen Jesu geweihten Kathedrale (11. Februar 1872) zum guten Teil auch sein Verdienst; desgleichen der Triumph, den die Kirche Jerusalems im selben Jahr feierte, indem seit undenklichen Zeiten zum ersten Mal wieder einmal das heiligste Sakrament in feierlicher Fronleichnamsprozession durch die Straßen getragen wurde, die Christus der Herr einst so oft durchwandelte.

Am 21. März 1873 bestieg Msgr. Bracco den verwaisten Patriarchenstuhl von Jerusalem und setzte nun volle 16 Jahre hindurch das Werk seines großen Vorgängers mit ebenso viel Festigkeit als herzgewinnender Milde fort. Eine Reihe neuer Missionsstationen wurde durch ihn ins Leben gerufen und namentlich auch das Ostjordanland, mehr als bisher geschehen war, in den Kreis der Missionstätigkeit hineingezogen. Bei dem großen Interesse, das die deutschen Katholiken dem Werk im Heiligen Land und den ausschließlich ihm dienenden Zeitschriften entgegenbringen, ist es kaum nötig, die Geschichte der letzten Jahre, die mit der Wirksamkeit des letzten Patriarchen zusammenfällt, hier ausführlicher zu wiederholen.

Msgr. Bracco wurde nicht bloß von seinem Klerus und Volk und von den zahlreichen Fremden, die jährlich in den Mauern der heiligen Stadt zusammenströmen, sondern selbst von den Schismatikern und Ungläubigen wie ein Heiliger verehrt. Dies beweist auch die innige Teilnahme, die sich von allen Seiten zu erkennen gab, als die unerwartete Trauerkunde von seiner schweren Erkrankung sich verbreitete. Schon seit längerer Zeit fühlte Msgr. Bracco seine Kräfte schwinden.

Als er am 6. Juni der sakramentalen Segensandacht in der Pfingstnovene beiwohnte, bekam er heftige Seitenschmerzen und musste sich fieberkrank zu Bett legen. Die Krankheit, eine schwere Lungenentzündung, die bereits am 14. von vier Ärzten als hoffnungslos bezeichnet wurde, machte rasche Fortschritte. Am 13. Juni wurden dreitägige öffentliche Gebete in der heiligen Stadt und in den benachbarten Pfarreien angeordnet. Man setzte den Patriarchen von seinem Zustand in Kenntnis; sofort verlangte er nach der heiligen Wegzehrung und der letzten Ölung, die er mit inniger Andacht und voller Hingebung in Gottes Willen empfing, zu außerordentlicher Erbauung der Anwesenden, die in Tränen zerflossen. 
Gleichzeitig telegraphierte man nach Rom, um den Segen des Heiligen Vaters für den Sterbenden zu erbitten. 

Als in Jerusalem und den umliegenden Dörfern der Zustand des Patriarchen bekannt wurde, war die Trauer eine allgemeine, nicht bloß bei den Katholiken, sondern auch bei den Schismatikern. Alles betete inbrünstig zu Gott um Erhaltung seines Lebens. Viele Personen machten Gelübde, um von Gott die Verlängerung dieses teuren Lebens zu erflehen; einige boten Gott sogar ihr eigenes Leben zum Ersatz an. Ein griechisch-schismatischer Christ sagte: „Mein ganzes Vermögen besteht aus nur 400 Fr., mit denen ich mich und meine Familie unterhalte; aber gerne würde ich alles für das Leben des lateinischen Patriarchen drangeben.“ Doch Gott dem Herr gefiel es nicht, diese Bitte zu erhören.

Gegen Abend des 18., als die Vorzeichen der baldigen Auflösung sich einstellten, berief der Patriarch seinen Generalvikar Msgr. Pasquale Appodia, und sagte ihm, dass er aus ganzem Herzen seinen Klerus und seine Herde segne. Darauf wünschte er, die Missionäre und Priester, die sich im Patriarchalgebäude befanden, noch einmal zu sehen. „Monsignore“, rief der Generalvikar tief ergriffen, als alle um das Sterbelager knieten, „hier sind ihre Priester; es sind nicht alle hier, aber bitte, segnen Sie alle, auch die abwesenden, segnen Sie die ganze Diözese.“ Er erwiderte, indem er mit der Hand ein Zeichen gab: „Kommen Sie näher zu meinem Bette. – Vor allem…will ich Ihnen…etwas sagen. Ich muss Sie…um Verzeihung bitten für meine Fehler…in Worten und Werken.“ Unter Tränen versetzte der Generalvikar: „Nein, Monsignore, wir müssen um Verzeihung bitten. Sie waren uns immer ein Vater.“ – „Nein,“ fuhr der Patriarch fort, „lassen Sie mich…sprechen…ich habe bemerkt, dass ich mehr Fehler habe, als die anderen…ich bitte Sie um Verzeihung.“ Dann erhob er seine Hand und segnete uns, und wir weinten und schluchzten und küssten seine Hände. Darauf kamen die Seminaristen. „Monsignore,“ sprach der Regens, „hier sind die Seminaristen und bitten um Ihren letzten Segen.“ Er war tieferschüttert und sagte: „Gute…Kinder“, und segnete sie zu wiederholten Malen, und sie kamen einzeln heran und küssten schluchzend seine Hand. Auch eine Deputation katholischer Männer aus Jerusalem erschien, um noch einmal die Hand zu küssen, die so viel Segen gespendet; schließlich die Dienerschaft, ganz aufgelöst in Schmerz und Trauer.

Die entscheidende Stunde kam näher. Gegen 3.45 Uhr rief der Sterbende mit großer Aufregung: „Betet, ich werde versucht.“ Alle Anwesenden fielen auf die Knie. Gleich wurde der Kranke wieder ruhig und gab, während die ihn umgebenden Priester das Profiscere beteten, sanft und friedlich seinen Geist auf. Es war am hochheiligen Fronleichnamsfest, zu dessen würdiger Feier in der heiligen Stadt er so vieles beigetragen.

Die Kunde von seinem Hinscheiden rief in der heiligen Stadt und Umgebung eine tiefe Bewegung und Teilnahme in allen Schichten der Bevölkerung hervor. Der Zudrang zu der im Patriarchalpalast ausgestellten Leiche und zu dem feierlichen Pontifikalrequiem war ein außerordentlicher. 

Es zeigte sich hier so recht, welch unwiderstehliche Macht das Beispiel seines heiligen Priesterlebens, seine alle gleichmäßig umfassende Hirtentreue und seine väterliche Güte auf die Herzen selbst der ungläubigen Moslems ausgeübt. Katholiken und Schismatiker aller Riten, Protestanten, Mohammedaner und Juden, alles strömte den ganzen Tag bis zum Abend herbei, küsste die Hand des Dahingeschiedenen, nannte ihn einen Heiligen. Rosenkränze wurden an seinem Haupt angerührt. 
Ein griechisch-schismatischer Mönch legte sogar Weihrauch zu den Füßen der Leiche nieder. Es war ein gemeinsamer Trauertag für ganz Jerusalem. Währen der Nacht wurde die sterbliche Hülle Msgr. Vincenzo Braccos in der Kapelle des hl. Joseph, dem Grab Msgr. Valergas gegenüber, beigesetzt. R.I.P.


(Aus: die katholischen Missionen, 1890)