Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Donnerstag, 27. November 2014

Geht hin in alle Welt



Nach Christi Anordnung ist die ganze Erde Missionsfeld. Unter allen Völkern soll die frohe Botschaft des Heils verkündet werden. Bis an die Grenzen der Erde soll das Zeugnis für Christus getragen werden. Bis an das Ende der Zeiten muss Missionsarbeit betrieben werden. Das Missionswerk der katholischen Kirche darf und kann nicht auf einen Punkt der Landkarte beschränkt bleiben. Es muss auf allen Wegen, in allen Ländern, unter allen Völkern, zu allen Zeiten anzutreffen sein. Seine Aufgabe ist nicht, der übrigen Welt europäisches Wesen oder die Abhängigkeit von irgendeinem Staat zu bringen. Es muss Christus der Welt bringen. Die ganze Erde soll zu einem Gottesreiche ausgebaut werden.

(Aus: P. Robert Streit O.M.I.: Die Weltmission der katholischen Kirche. Zahlen und Zeichen auf Grund der Vatikan. Missionsaausstellung 1925, Verlag der Oblaten, Hünfeld, 1928)

Montag, 24. November 2014

Neue Heilige der syro-malabarischen Kirche

St. Kuriakose Elias Chavara T.O.C.D.
Gestern hat Papst Franziskus zwei Ordensleute des syro-malabarischen Ritus kanonisiert, darunter den Gründer der syro-malabarischen Karmeliter (CMI, Carmelites of Mary Immaculate), Kuriakose Elias Chavara, sowie die zu den von diesem gegründeten Karmeliterinnen (CMC, Congregation of the Mother of Carmel) gehörende Euphrasia Eluvathingal, die ihre Bußwerke u. a. für die Bekehrung der Schismatiker aufopferte.


St. Euphrasia Eluvathingal (Quelle: Smokingsingh)

Mögen sie bei Gott Fürsprache für die Bekehrung Indiens und die Einheit der Christen an der Malabarküste halten!

Sonntag, 23. November 2014

Pater Biffi gegen die Teufel im Baum

Banyan-Feige (Quelle: Abudlkaleem md)

Ostbirma – Bei meinem letzten Aufenthalte [Schreiber ist der spätere Bischof von Cartagena de Indias, Msgr. Eugenio Biffi] unter unseren Karenen in den Bergen musste ich einen Baum mit Sturm nehmen. Das kam so: In einem karenischen Dorf befindet sich ein riesiger Baum. Der Stamm hat einen Umfang von 25 Fuß und die Äste dehnen sich so weit aus, dass das ganze Dörfchen in seinem Schutz und Schatten steht. Die Mehrzahl der Einwohner sind Christen und auf unseren Wunsch haben sie sich neben diesem Baum niedergelassen.

Als ich sie letztes Jahr besuchte, herrschte die größte Bestürzung unter diesen guten Leuten. ‚Dieses Jahr sterben wir alle‘, sagten sie. ‚Aber wir werden euch nicht verlassen,‘ erwiderte ich ihnen ‚so lange wir noch ein Stücklein Brot haben, werden wir es mit euch teilen.“ Ich meinte nämlich, sie fürchteten eine Hungersnot. Allein sie zeigten auf den riesigen Baum und sagten leise: „Der Baum ist von Teufeln bewohnt und die Leute sagen, wir wären alle des Todes, weil wir ihre Wohnung beunruhigt hätten.“ „Was lasst ihr aber euch von den Heiden so belügen? Seid guten Mutes; der Baum ist wie alle anderen Bäume! Wisst ihr denn nicht, dass unser Herr von den Teufeln nichts zu fürchten hat? Seid ihr denn nicht wiedergeboren in der heiligen Taufe? Was fürchtet ihr also?“
Meine Worte schienen ihnen Mut einzuflößen und sie zogen sich beruhigt in ihre Hütten zurück. Aber eine Stunde später kamen sie wieder und sagten: „Steige auf den Baum und verjage die Teufel. Wenn Du droben betest, so werden die bösen Geister die Flucht ergreifen und nicht mehr zu kommen wagen – „Ist das alles?“ sagte ich; „bringt mir eine Leiter!“ Zweifelsohne kam der Vorschlag von den Heiden, und hätte ich mich geweigert, so würden sie gesagt haben: „Seht, eure Priester haben Furcht!“ Um also unseren Christen jede Angst zu benehmen, erbot ich mich, auf den Baum zu klettern. Um die Wahrheit zu sagen, ich hatte wohl etwas Angst, aber nicht vor den Teufeln, sondern vor der Höhe des Baumes, vor der miserablen Leiter, die man für mich zurechtmachte und auch weil mein Kopf sich nicht ganz schwindelfrei fühlte.

Die Leiter war im Nu fertig. Zwischen zwei lange Bambusrohre wurden gespaltene Bambusstäbchen als Sprossen gefügt; aber sie war zu kurz und man musste eine zweite daran festbinden. Als alles in Ordnung war, kletterte ich unter tiefem Schweigen aller Umstehenden empor. Die Sache war nicht so leicht, denn die schwanke Leiter stand sehr steil und die Sprossen waren sehr weit voneinander. Endlich kam ich oben an und konnte nicht ohne Gefahr in den Baum steigen. Die hochw. Herrn Gottfried Conti und Rochus Tornatore folgten mir samt einigen Karenen, die sich von ihrem Schrecken erholt hatten. Wir setzten uns in der Krone und ich segnete von da aus meine lieben Neophyten, indem ich sie ermahnte, in Zukunft keine Furcht vor den Teufeln zu haben. Dann stiegen wir wieder herab. Alsbald kletterten die Leute, außer sich vor Freude, in den Baum, sprangen so behände wie Affen von Ast zu Ast und alle Teufelsfurcht war verflogen, denn die Priester hatten den Baum erstürmt und nichts war mehr zu fürchten.


(Aus: die katholischen Missionen, 1876)

Samstag, 22. November 2014

Lob einer protestantischen Zeitung für Pater Damian

Aus dem „Handels-Monitor“:

„Das traurige Los der Aussätzigen, diese so schwarze Seite in den Annalen Hawaiis, ist besonders berühmt und bekannt geworden durch die aufopfernde Entsagung eines jungen Priesters, des hochw. P. Damian, der sein Leben den Aussätzigen gewidmet hat; dieser Mann ist ein Ruhm und eine Ehre für Hawaii. Er zeigt wieder den heiligen Heldenmut der ersten Christen bei den blutigen Kampfspielen des Altertums, ja er tut noch mehr. Und in der Tat, wäre es nicht weit vorzuziehen, einem wilden Tier zur Nahrung vorgeworfen zu werden, als verurteilt zu sein, das Leben in der verpesteten Luft einer Aussätzigen-Anstalt zuzubringen? Und P. Damian, der tapfere Soldat Christi, hat nun schon viele Jahre unter den Verbannten von Molokai verlebt; er ist beständig unter diesen Kranken, die von der Gemeinschaft der übrigen Menschen gänzlich ausgeschlossen sind und denen ein Gesunder sich nicht zu nähern wagt. Er weiht sich ganz und gar ihrem Dienste, er verbindet ihre Wunden, er leitet sie an, ihr Vertrauen auf Gott zu setzen und ein besseres Leben zu hoffen. Eine solche Liebe zu den Unglücklichen kann nur aus der Liebe zu Gott hervorgehen, und Gott allein kann eine solche Liebe würdig belohnen.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1882)

Mittwoch, 19. November 2014

Weihe der ersten Weißen Väter in Uganda an die Mutter Gottes


Im Mai des vergangenen Jahres beschlossen die Missionäre des Provikariats vom Nyanza, ihre Mission nochmals der unbefleckt empfangenen Jungfrau zu weihen, und den Weiheakt mit ihren Unterschriften unter der Muttergottes-Statue, die über dem Altar ihrer bescheidenen Kapelle angebracht ist, niederzulegen. Er lautet folgendermaßen:

"Heute, am letzten Tag des Maimonats, weihen wir Unterzeichnete, Missionäre von Uganda, die Nyanza-Mission von neuem der unbefleckten Jungfrau. Wir schenken und weihen dieser himmlischen Mutter unsere Seele und unseren Leib, unsere Arbeiten, unser ganzes Leben, unseren Tod und unsere Ewigkeit. Wir beschwören sie, selbst unsere Herrin und Oberin zu sein, damit wir durch sie, in ihr und mit ihr den Willen ihres göttlichen Sohnes erkennen, für dessen Ehre wir uns ganz hinzuopfern verlangen. Wir erklären, dass wir alles Gute, was hier gestiftet werden mag, Maria zu danken haben, und dass ihr alle Ehre davon gebührt. Zur Beglaubigung dessen haben wir diesen Akt unterzeichnet und ihn unter dem Bilde unserer guten Mutter und höchsten Herrin niedergelegt.

Schon früher berichteten wir, dass der König von Uganda an der Dysenterie erkrankte und durch P. Lourdel davon befreit wurde. Diese fast wunderbare Heilung, ohne Zweifel ein Geschenk der mächtigen Patronin, der die Missionäre feierlich sich und ihre Arbeit geweiht hatten, führte eine größere Annäherung zwischen diesen und dem König herbei. Sie hatten von neuem Unterredungen mit ihm über die Göttlichkeit unseres Glaubens, wie das Tagebuch der Mission berichtet. Dieselben fanden namentlich in den Monaten August und September statt. Eines Tages brachte ihm der Pater einen Katechismus mit Bildern und ein reich ausgestattetes arabisches Neues Testament. Sie gefielen dem König recht sehr, und er bat, diese beiden Bücher behalten zu dürfen, um sie eingehender zu prüfen. Beim Anblick des Bildes, welches die Verkündigung Mariä darstellt, fühlte er sich durch den Ausdruck der jungfräulichen Sittsamkeit getroffen, der auf dem Antlitz der Gottesmutter liegt, und seitdem fragt er bei allen Gemälden, wo die Jungfrau Maria sei.

(Aus: die katholischen Missionen, 1881)

Sonntag, 16. November 2014

Einer der Hauptunterschiede zwischen der katholischen und der nichtkatholischen Mission


Das Christentum ist eine Religion, die nach dem Willen ihres göttlichen Stifters für alle Menschen bestimmt ist und die daher auch allen Menschen verkündet werden muss. Das Christentum ist die göttliche Offenbarungsreligion und die Missionsreligion. Die wesentliche Folge davon für das Christentum und für jeden Christen ist die Missionspflicht. In diesem Missionscharakter des Christentums stimmen heute alle christlichen Religionsgemeinschaften überein. Aber ein wesentlicher Unterschied waltet zwischen ihnen ob, und zwar folgender:
Die Missionsgeschichte verzeichnet das Jahr, in dem die verschiedenen nichtkatholischen Religionsgesellschaften auch ihrerseits sich auf die Missionspflicht besonnen und ihr Missionswerk unter den Heiden begonnen haben. Lange Jahre nach ihrer Trennung von der katholischen Mutterkirche haben sie verstreichen lassen, bis sie diese Missionspflicht anerkannt und den Kampf dagegen aufgegeben haben. Seinen Missionscharakter hat das Christentum ununterbrochen im Wechsel und Wandel der Jahrhunderte nur in der katholischen Kirche gezeigt und bewahrt. In der katholischen Weltmission hat das Christentum seine Weltmission bewiesen.

Und wiederum: die Weltmission des Christentums muss apostolisch sein, das heißt, sie muss auf der Missionssendung der Apostel fußen. Nur in der katholischen Kirche finden wir die apostolische Weltmission, den apostolischen Weltboten.
Wenn wir das Jahr suchen, in dem die katholische Kirche ihre Missionstätigkeit begonnen hat, dann müssen wir die lange Reihe der zwanzig Jahrhunderte hinaufwandern, bis zu den Tagen Christi und seiner Apostel. Die Geburtsstunde der katholischen Weltmission ist jener Tag, an dem Christus der Herr auf dem Berge der Himmelfahrt vor seinen Apostel stand, ist jene Stunde, in der der glorreich Auferstandene zu ihnen sagte: "Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum geht hin, und lehret alle Völker. Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Siehe, ich bin bei  euch alle Tage bis ans Ende der Welt" (Mtth. 28, 18–20). Mit diesen Worten gab Christus der Herr den Missionsbefehl. Von diesem Augenblick an begann die Weltmission der katholischen Kirche.


 (Aus: P. Robert Streit O.M.I.: Die Weltmission der katholischen Kirche. Zahlen und Zeichen auf Grund der Vatikan. Missionsaausstellung 1925, Verlag der Oblaten, Hünfeld, 1928)

Samstag, 15. November 2014

Große Missionsbischöfe: Ein Leben im Sattel – Msgr. Jean Baptiste Salpointe, Erzbischof von Santa Fe


Von den heimgegangenen nordamerikanischen Oberhirten darf wenigstens ein Erzbischof nicht fehlen, der einen großen Teil seines Lebens im Sattel oder auf dem mexikanischen Reisekarren zugebracht hat. Es ist Msgr. Jean Baptiste Salpointe, Erzbischof von Santa Fe. 

Frankreich, das Mutterland so vieler Missionäre, gab ihm am 22. Februar 1825 das Leben zu St. Maurice (Dep. Puy de Dome). Als jungen Priester führte ihn der Notschrei der amerikanischen Bischöfe nach Amerika, und das heiße Texas und das gebirgige Arizona wurden seine zweite Heimat. Hier, wo damals die Einwanderung erst begann und auf den weiten Prärien sich die wilden Apatschen und zahlreiche Reste anderer Indianerstämme umhertrieben, gab es noch Arbeit für ein junges Apostelherz. Tucson, die Hauptstadt des Territoriums von Arizona, wurde der Mittelpunkt seiner Tätigkeit, wie es dereinst seine Ruhestätte werden sollte. Diese schroffen, kahlen Berge, diese weiten, fruchtbaren Flusstäler des Gila- und Coloradosystems waren klassischer Missionsboden. Sonora hieß in spanischer Zeit diese Provinz, und vorab deutsche Jesuiten, wie die PP. Kühn (Kino), Sedlmayer, Michel, Bauer, Gerstner, Pfefferkorn, Segesser und so viele andere, hatten hier einst unter den Pimas, Papagos, Opakas und anderen Stämmen segensreich gewirkt. 
Von ihren alten Kirchen standen nur noch wenige. Doch überall fand Salpointe noch Spuren ihrer Tätigkeit und einzelne treu gebliebene Reste der einst christlichen Stämme. Noch hüteten 100 Familien von Papagos die alte Kirche San Xavier del Bac. Mit der Liebe eines Vaters ging Salpointe diesen verlassenen Schäflein und den braven, in weit zerstreuten Ranchos wohnenden mexikanischen Viehzüchtern nach. 

1857 war Arizona zur Diözese Santa Fe geschlagen worden (seit 1875 Erzdiözese). Allein die starke Einwanderung seit dem mexikanischen Krieg weckte das Bedürfnis einer besseren kirchlichen Verwaltung, und so wurde 1868 Arizona als eigenes Apostol. Vikariat von Santa Fe getrennt.  Salpointe trat an seine Spitze und entwickelte auch als Bischof eine unermüdliche Tätigkeit. Neue Stationen wuchsen aus dem Boden, Kirchen und Kapellen wurden gebaut, Schwestern zur Übernahme von Anstalten der Erziehung und Krankenpflege berufen. Das Vikariat zählte damals unter 38.000 Einwohnern 20.000 Katholiken. Rothäute aus den Stämmen der Apatschen, Papagos, Yavapais, Pimas, Maricopas, Yumas, Mohaves, Moquis waren noch etwa 20.000 vorhanden. Durch eine himmelschreiende Verordnung des Präsidenten Grant, die sog. Peace Policy, wurden diesen Stämmen mit Ausnahme der Papagos Prediger verschiedener Sekten aufgedrängt, um sie gegen ihren Willen protestantisch zu machen. Die Indianer aber verlangten Schwarzröcke [katholische Priester], und diese, an ihrer Spitze der Bischof, taten alles, um dem armen Volk den katholischen Glauben zu retten. Rastlos durcheilte Salpointe das Vikariat, machte Rundfahrten von nahezu 2000 Meilen auf schlechten Wegen, durch Gebiete, in denen die Furcht vor den streifenden Apatschenbanden allen Verkehr gestört. 

Am 13. November 1883 vertrat Salpointe seinen Metropoliten, den Erzbischof von Santa Fe, Msgr. Lamy auf der Versammlung amerikanischer Erzbischöfe in Rom; im folgenden Jahr wurde er ihm als Koadjutor beigegeben und folgte ihm 1885 auf dem erzbischöflichen Stuhl. Neun Jahre wirkte er nun als Erzbischof, bis ihn 1894 Altersschwäche zur Resignation veranlasste. Er zog sich nun nach seinem geliebten Arizona zurück und starb am 5. Juli 1898 in Tucson, wo er dereinst seine apostolische Laufbahn begonnen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1899)

Siehe auch den Artikel zu einem seiner Nachfolger, Peter Bourgade