Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Donnerstag, 19. Januar 2017

Aktuell: Alte Messe in Singapur

Der heilige Laurent Joseph Imbert aus dem Pariser Missionsseminar, der im Jahr 1839 als Märtyrer in Korea starb, war vermutlich der erste Priester, der in Singapur die heilige Messe zelebriert hat. Es befinden sich einige Reliquien des heiligen Missionsbischofs in der Kathedrale von Singapur.

Ich leide aktuell an einer Zivilisationskrankheit im rechten Unterarm und möchte darum nicht über das beruflich notwendig Maß tippen (habe mir auch schon eine ergonomische Maus gekauft). Darum wollte ich nur kurz auf einen Artikel von New Liturgical Movement über die alte Messe in Singapur und die Bedeutung der lateinischen Sprache für die Liturgie in einer mehrsprachigen Nation hinweisen:

Latin and the Latin Mass in Singapore



Sonntag, 15. Januar 2017

Noch einige Gedanken zu „Silence“


Neulich habe ich ja den neuen Film von Martin Scorsese, Silence, thematisiert. Danach sind mir noch weitere Dinge aufgefallen, was vor allem an einer – positiv ausgedrückt – sehr intensiven Diskussion lag, an der ich im Kommentarbereich der amerikanischen Seite First Things teilgenommen habe.

Einige sehr eigentümliche Ansichten sind mir hierbei aufgefallen:

Zum einen war da die wiederkehrende Behauptung, die bereits in dem Artikel auftauchte, dass Apostasie nur als echt anzusehen ist, wenn sie freiwillig ist, sprich nicht unter Folter oder anderen Zwangsmaßnahmen entsteht. Dieses Argument führt dann aber das Konzept des Martyriums ad absurdum, da ja die Märtyrer unter den Foltern hätten abschwören können, ohne tatsächlich den Glauben verleugnet zu haben. Auch hätte die Kirche den reumütigen Lapsi (abgefallenen Christen) während der Verfolgung durch die heidnischen Kaiser vor der Wiederaufnahme in die Kirche keine schweren Bußen auferlegt, wenn nicht wirklich eine objektive Sünde bestanden hätte. Sehr oft liest man in den Märtyrerakten die Worte: „Ich kann nicht …“, d. h. nicht den falschen Göttern opfern, nicht den Glauben verleugnen usw.

Der heilige Romanus rief laut dem heiligen Alfons Maria von Liguori einigen Christen, die unter den Drohungen schwach geworden waren und dabei waren, zu opfern,  die folgenden Wort zu: „Oh Brüder, was macht ihr da? Verlasst ihr den wahren Gott, euren Schöpfer und Erlöser, um euch dem Teufel zu verkaufen?“ durch diese und ähnliche Ermahnung hielt er die Schwachgewordenen davon ab und stärkte die Kleinmütigen.  Wussten die Märtyrer denn nicht, dass Apostasie unter Druck gar keine ist?


Ein Kommentator („Mark“) hat verdammt, dass Diskussionsteilnehmer meinen, sie könnten das Martyrium bestehen. Das hatte dort soweit ich weiß zwar niemand behauptet, aber gut … Der Knackpunkt ist, dass jeder hoffen sollte, ein etwaiges Martyrium zu bestehen  – mit Gottes Hilfe. Denn nur so ist es möglich, und Gott hat schon vielen diese Gnade gegeben, die in darum gebeten haben. Ich würde bestimmt nicht den glorreichen Märtyrer Theopháne Vénard verdammen, der als kleiner Hirtenjunge ausrief „auch ich will nach Tongking gehen, auch ich will ein Märtyrer werden“, denn Gott hatte wohl großes Wohlgefallen an diesem Wunsch, der auch in Erfüllung ging. Ich bemühe wieder den hl. Alfons, der in Die Macht des Gebets schreibt: „Denn Gott gießt die Fülle seiner Gnaden über diejenigen aus, die auf Ihn hoffen. Mit diesem Vertrauen haben so viele Märtyrer, selbst Jungfrauen und Knaben im zartesten Alter, trotz des Schreckens vor den Martern, welche ihnen die Tyrannen bereiteten, die Marter und die Tyrannen überwunden.“

Samstag, 14. Januar 2017

Ein Koloss der Heiligkeit – der heilige Justin de Jacobis



Aus der Bücherbesprechung des Werks Le vénérable Justin de Jacobis, premier Vicaire Apostolique de l’Abyssinie:

Der ehrwürdige Justin de Jacobis gehört zu jener Klasse von Menschen, die unter dem unscheinbarsten Äußeren eine Heldenseele bergen. 

„Ein Koloss an Heiligkeit“, wie Kardinal Massaia, der Apostel der Gallas, sich ausdrückte, war er auch ein großer Mehrer des Reiches Christi im wahrsten Sinne des Wortes. Mit großem Geschick hat Larigaldie das Bild des ersten Apostol. Vikars von Abessinien gezeichnet. Wir erleben gleichsam mit dem Missionär Freud und Leid, teilen mit ihm die ungeheuren Strapazen des Apostolats und gehen mit ihm in Kerker und Bande. 30.000 Seelen, das war die Ernte seiner Arbeit, als er verlassen in einem ausgetrockneten Flussbett seine Seele aushauchte. 

Wohl brachte die folgende Zeit den Lazaristen, den Mitbrüdern des Bischofs, manchen harten Schlag, ja sie finden sich heute noch vor gewaltigen Hindernissen; aber das Beispiel des Heiligen, der hier litt und stritt, lässt ihren Mut nicht erlahmen. Bücher, wie das vorliegende, sind eine wahre Seelenlabung.

(Aus: die katholischen Missionen, 1913)


Wer mehr über diesen „Koloss der Heiligkeit“ erfahren möchte, kann dazu die dreiteilige Serie Der heilige Justin de Jacobis – Apostel Äthiopiens lesen: Teil 1Teil 2Teil 3

Montag, 9. Januar 2017

Große Missionsbischöfe: demütig und sanftmütig – Msgr. Francesco Pozzi P.I.M.E., Apostol. Vikar von Krishnagar

Msgr. Francesco Pozzi (Bildquelle)


Nicht plötzlich [wie Msgr. Ossi, Bischof von Quilon], sondern langsam, verglühend ging am 23. Oktober am anderen Ende Indiens ein ehrwürdiger Veteran in das bessere Jenseits hinüber, der 77-jährige Apostol. Vikar von Krishnagar, Msgr. Francesco Pozzi aus dem Mailänder Missionsseminar.

Er war geboren am 3. März 1828 in der alten lombardischen Hauptstadt. Hier war 1850 das Mailänder Missionsseminar entstanden. Pozzi war unter den ersten, die sich zum Eintritt meldeten. 1855 betrat er den Boden Indiens, unter dessen glühender Sonne er gerade ein halbes Jahrhundert lang zuerst als Missionär und Apostol. Präfekt von Haiderabad, dann seit 1886 als Bischof von Krishnagar tätig war. 

Die Diözese Krishnagar gehört mit ihrem Häuflein von 4018 Christen und ganzen acht Missionären zu den unentwickeltsten der indischen Mission. Klima und Bevölkerung bieten hier große Schwierigkeit, und es ist ein harter Beruf, in solchen unfruchtbaren Gebieten ohne irgendwie entsprechende Mittel und Kräfte den Hirtenstab zu führen. Bischof Pozzi hat dieses Missverhältnis zwischen Ziel und Mitteln in seiner ganzen Bitterkeit gefühlt, aber treu und mit unerschütterter Geduld auf seinem Posten ausgehalten.

Er war ein heiligmäßiger Mann, dem auch die englischen Beamten und selbst die Heiden ihre Ehrfurcht und Hochachtung nicht versagen konnten. „Er ist uns“, schreibt ein Missionär, „wirklich ein liebevoller Vater gewesen, der an allem und jedem den innigsten Anteil nahm. Welch schönes erhebendes Beispiel der Tugend gab er uns Tag für Tag! Ein Mann des Gebets, war er stets mit Gott vereint. Man kann sagen, dass er jeden freien Augenblick dem Gebet weihte. Auch als gebrechlicher Greis raffte er seine ganze Energie zusammen, um täglich am Altar stehen oder sein Brevier beten zu können, was er beides mit erbaulichster Andacht tat. Legte man es ihm nahe, sich doch zu schonen, so lautete die Antwort: „Was soll ich denn tun, wenn ich nicht bete; zu allem anderen bin ich unnütz geworden.“
Täglich ging er abends spät, wenn bereits alle zur Ruhe waren, noch einmal allein vor den Tabernakel und blieb dort noch eine, oft zwei Stunden lang im Gebet knien. 

In seinem Eifer für das Heil der Seelen hielt der ehrwürdige Greis, bis er nicht mehr konnte, seine bischöflichen Rundreisen. Als die zunehmende Schwäche ihn bleibend ans Haus fesselte, suchte er wenigstens noch durch Pastoralschreiben und Briefe voll Liebe und Salbung seiner Hirtenpflicht zu genügen. Bis an sein Ende wünschte er über alles in der Mission bis ins Kleinste unterrichtet zu sein, um durch sein Gebet und seinen Rat jegliches zu fördern. Jeder, auch der kleinste Erfolg machte ihm eine kindliche Freude.

Mitis et humilis (sanftmütig und demütig) hatte Pozzi sich als Motto für sein Bischofswappen gewählt. Die beiden Tugenden drückten denn auch seinem ganzen Wesen und Wirken ihren Stempel auf und gewannen ihm alle Herzen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1906)

Sonntag, 8. Januar 2017

Ein Kardinal mit Weitblick

Herbert Kardinal Vaughan, Erzbischof von Westminster

Kardinal Vaughan suchte Priester für seine Diözese London [eigentlich Westminster]; deshalb stiftete er die Mill-Hiller-Missionsgesellschaft und schickte diese Priester nach Uganda. Man schüttelte darob den Kopf, und selbst hohe Herren spotteten bei ihm: „Wie Sie doch verkehrt handeln! Sie hätten eine Priestergesellschaft für London gründen sollen und nicht für ein Heidenland.“ Doch der übernatürlich eingestellte Kirchenfürst entgegnete: „Falsch gedacht! Wenn ich Priester gebe für die Weltmission, wird mir Gott, der die Berufe weckt, noch mehr für mein London senden.“ Er hat recht behalten.


(Aus: Fräßle, Joseph: Negerpsyche, Herder, Freiburg, 1926)

Freitag, 6. Januar 2017

Heidentum – Revolution gegen Gott


Andächtige Christen! Die Erschaffung und Erhaltung aller Menschen, das ist der erste Rechtstitel, auf den hin Gott auch die Verehrung aller Menschen zu beanspruchen hat. „Seid still und schauet“, lässt er uns durch den Mund des Propheten sagen, „ich bin Gott; ich will erhöht sein unter den Völkern und erhöhet auf Erden!“ (Ps. 45, 11). Was bedeutet nun diesem Rechtstitel gegenüber das Heidentum? Diesem göttlichen Rechtstitel gegenüber bedeuten die 900 Millionen Heiden [Zahl von Anfang des 20. Jahrhunderts], die wir heute noch zählen, eine nicht auszusprechende Rechtsverletzung. „Ich bin der Herr, dein Gott; du sollst keine fremden Götter neben mir haben. Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen, um dasselbe anzubeten.“ So hat der Herr gesprochen. Und mehr als die Hälfte der heute lebenden Menschen betet Götzen an! Diese 900 Millionen Heiden bedeuten einen Zustand dauernder Revolution gegen Gott. Dort, wo Gott herrschen sollte, in den Herzen und Ländern der Heiden, ist er, der wahre Gott, von seinem Throne herabgestoßen und wird der Hochverrat des Götzendienstes verübt.

Daran müssen wir denken, andächtige Christen, wenn wir uns die Frage vorlegen, ob denn die Heidenmission wirklich eine so wichtige Sache ist, wie die Missionäre es uns sagen. Ob man die feingebildeten Inder, die strebsamen Japaner und Chinesen, ob man die Neger Afrikas und die Wilden der Südsee nicht lieber in Ruhe lassen sollte; ob wir nicht unser Geld besser verwenden können, als es den Bestrebungen der Missionäre zu opfern?! Ach, die Missionäre, um die handelt es sich ja gar nicht. Um Gott handelt es sich! Der hl. Franz Xaver sagt es in seinem Gebet für die Bekehrung der Ungläubigen: „Siehe, o Herr, wie die Hölle dir zur Schmach mit diesen Seelen erfüllt wird!“ Das ist es, was auf dem Spiele steht: Soll Gott Ehre ernten oder Schmach? Soll Gottes Reich auf Erden errichtet werden oder das Reich Satans? Das ist eine Frage, die unter Christen nicht gestellt werden darf.


(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)

Donnerstag, 5. Januar 2017

Das Fest der Erscheinung des Herrn – Berufung der Heiden



Das Fest der Erscheinung des Herrn ist ein Gedenktag, der seit den ältesten Zeiten in der ganzen Christenheit hoch und heilig gehalten wird. Feiern wir doch ein Geheimnis, das für den größten Teil der Menschheit von der allergrößten Bedeutung geworden ist, ein Geheimnis, das ausgesprochen ist in den Worten: Berufung der Heiden.

Ein Gedenktag ist das heutige Fest, das unserem Gedächtnis nie entschwinden darf. „Als nun Jesus geboren war in Betlehem Juda, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus Morgenlanden nach Jerusalem.“ Mit diesen Worten hebt unser Evangelium an und verkündet damit eine Wahrheit, die zu einer Fundamentalwahrheit des Christentums geworden ist: Auch die Heiden sind von Gott berufen, ihren Weg zu Jesus Christus zu nehmen. Auch die Heiden und somit alle Menschen, sollen nach Gottes Anordnung ihr Heil in dem Kindlein von Betlehem finden. Jesus Christus ist der Heiland der ganzen Welt.


(P. Robert Streit in Missionspredigten)