Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Freitag, 2. Dezember 2016

Der Märtyreronkel



Als der heiligmäßige Fr. Stephen Eckert O.F.M. Cap. in New York City wirkte, kam er im Januar 1907 anlässlich eines Krankenbesuchs zu einer gewissen Frau W., die in der 157 East 110th Street wohnte. Sie hatte einen Protestanten vor einem protestantischen Religionsdiener geheiratet, und nur die beiden ältesten der sechs Kinder waren getauft, da der Vater gegen die Taufe der übrigen Kinder war.

Allerdings fand Fr. Stephen bei der Frau noch etwas Glauben. Sie zeigte ihm auch ein Bild ihres Onkels, eines Priesters namens Augustin Schoeffler. Fr. Stephen fragte, ob ihr Onkel noch am Leben sei. Sie erwiderte, dass sie das nicht wisse. Fr. Stephen las dann unter dem Bild die Unterschrift: Le Bienheureux Augustine Schaeffler, martyr. Der Kapuzinerpater war darüber äußerst erstaunt.

Der heilige Augustin Schoeffler (Schaeffler ist nur in älteren Quellen zu finden) stammte aus dem lothringischen Mittelbronn, wurde für das Pariser Missionsseminar zum Priester geweiht und am 1. Mai 1851 in Vietnam geköpft, weil er den „verbotenen“ katholischen Glauben gepredigt hatte. Er wurde 1900 selig-, 1988 heiliggesprochen.

Fr. Stephen teilt uns leider in seinen Aufzeichnungen nicht mit, was aus der Frau geworden ist.
Allerdings hatte P. Schoeffler noch eine Cousine, die bereits 1830 in die USA ausgewandert war. Sie hieß Catherine Greiner. Ihre Nachfahren wohnen noch heute in Detroit, und die Pfarrei Assumption Grotto, die die Greiners besuchten, hat seit 2009 eine Reliquie des heiligen Märtyrers.


Heiliger Augustin Schoeffler, bitte für uns!


Sonntag, 27. November 2016

Die Beziehung zwischen Glaube und Missionsliebe


„Unsere Missionsliebe ist unsere Wertschätzung des katholischen Glaubens. So viel werden wir für die katholische Weltmission übrig haben, als wir Verständnis und Achtung für unseren katholischen Glauben haben. 
Ein Katholik, der seiner Missionspflicht verständnislos gegenüber steht, hat die religiöse Schwung- und Triebkraft seines Glaubens eingebüßt; er ist ein Müßiggänger im Weinberge des Herrn. 
Ein katholisches Volk, das seinen Missionsgeist ersterben ließ, ließ sterben die schönste, edelste, wertvollste Kraft seines religiösen Lebens und Strebens; es ist ein welkes, krankes Blatt am Weltbaum der Kirche. Eine Kirche, die keine Mission betreibt, gibt sich selbst auf.“


– P. Robert Streit O.M.I. in Die katholische Weltmission. Zahlen und Zeichen (1928)

Montag, 21. November 2016

Ernest G. Miller – Brauereidirektor und Missionsfreund


Die Mission St. Benedict the Moor in Milwaukee zur Seelsorge unter der schwarzen Bevölkerung wuchs nach dem Tod des heiligmäßigen Fr. Stephen Eckert O.F.M. Cap.
im Jahr
1923 stark. 

Sein Nachfolger, Fr. Philip wollte die nötigen Erweiterungsarbeiten durchführen, allerdings fehlte das Geld. Da kam eines Tages der damalige Präsident der Miller Brewing Company, Ernest G. Miller, in das Büro des Kapuziners und bot ihm an, die neue Kapelle zu bezahlen. 
Insgesamt steuerte Miller bis zu seinem frühen Tod am 21. September 1925 über 200.000 Dollar zur Ausweitung der Mission. Für seine Verdienste erhielt er bei der Einweihung des Neubaus am 7. September 1925 das päpstliche Ehrenkreuz Pro Ecclesia et Pontifice. Bei der Verleihung sprach er folgende schöne Worte:

„Ich danke den Rednern für die lieben Worte. Ich möchte dem Heiligen Vater danken für die Auszeichnung. Aber vor allem danke ich dem allmächtigen Gott, dass er mir die Liebe zu den Farbigen eingegeben. Wenn Sie an dieses Werk denken, bitte, vergessen Sie mich, aber denken Sie an die Ziele, denen dieses Werk dienen soll, und ich bitte Sie herzlich, bieten Sie all Ihr Können zu seiner Förderung auf. Tun Sie alles, um den guten Kapuzinermissionären hier und den Schwestern zu helfen, die schwer ringen und für dieses Werk ihr Leben opfern.“

Nur 14 Tage später wurde er zum ewigen Lohn abberufen.


(Quelle: Seraphisches Weltapostolat des hl. Franz von Assisi, 1933)

Sonntag, 20. November 2016

Zum letzten Sonntag nach Pfingsten: Weltmission und Weltgericht




Die Weltmission findet ihren endgültigen Abschluss im Weltgericht. Da wird sowohl die Opferfreudigkeit und Pflichttreue im Angebot als auch die Bereitwilligkeit in der Annahme zum Austrag gebracht werden.


An jenem Tag werden wir uns Gott und seinen Missionären gegenüber zu verantworten haben, wie wir das göttliche Angebot durch die Mission entgegengenommen, wie wir mit dem Heilsgut gewirkt, wie wir dasselbe bewahrt haben. 

Jene Männer, die wir heute als unsere Apostel und Patrone verehren, einen Bonifatius, einen Ludgerus, einen Kilian, sie werden dann mit Christus über uns Gericht halten. Und deshalb drängt der echte Missionsgeist zuerst und zunächst dahin, im eigenen Herzen, im eigenen Vaterland das heilige Glaubenslicht rein und hell und werktätig zu erhalten. An jenem Tag werden aber auch wir mit und durch Christus von jenen Völkern Rechenschaft fordern, zu denen durch unsre Vermittlung das göttliche Angebot in der Mission gekommen ist. Der Heller der armen Witwe zum Besten der Mission bis zum letzten Blutstropfen, den unsere Missionäre im Dienst der Mission vergossen haben, wird da aufgezählt werden vor den Augen der ganzen Menschheit, und jene werden sich zu verantworten haben, um derentwillen es geschehen. Nichts wird vergessen bleiben. Der Herr des Weinberges wird einem jeden nicht nach seinen Erfolgen, sondern nach seinen Werken vergelten. Der letzte Gerichtstag ist der große Abschluss, der große Erntetag der Mission.


Und der Erntetag! Wird er sich lohnen? Andächtige Christen! Nur einem der Menschen war es vergönnt, den Ernteertrag im Geiste zu schauen. Es war der Seher von Patmos. Mit seinem Adlerauge ereilte er jenen Tag, und in seiner Offenbarung, nachdem er die Bezeichneten aus den zwölf Stämmen Israels aufgezählt, schreibt er: „Nach diesen sah ich eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; sie standen vor dem Throne und vor dem Lamme, angetan mit weißen Kleidern, und hatten Palmen in ihren Händen“ (Offb. 7, 9).


Sehet da den Missionsertrag, sehet da die herrliche Erntegarbe aus dem Arbeitsfeld der Weltmission! Und der Lohn dieser Missionsarbeit? Der Herr selbst hat ihn uns gezeigt. „Ich selbst“, so spricht er, „werde dein überreicher Lohn sein!“ (Gn. 15, 1). O er selbst, Gott in seiner Herrlichkeit, wird der überreiche, süße Schnitterlohn an jenem Erntetag uns sein! „Es spricht der, welcher dies bezeugt. Ja ich komme schnell. – Amen. Komme Herr Jesus! Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen. Amen.“ (Offb. 22, 20–21)

(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)

Montag, 14. November 2016

Fünf Jahre Missionen



Heute vor fünf Jahren begann ich dieses Blog unter dem obigen Banner. Nach knapp 1000 Posts und einer Namensänderung möchte ich mich bei allen treuen (und auch bei den neuen) Lesern bedanken und kurz erklären, wieso ich dieses Blog mache: zum einen, um wichtige kirchengeschichtliche und historische Dokumente möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen, und zum anderen –  was noch viel wichtiger ist – um die Begeisterung für den katholischen Glauben und die Mission unter den Nichtkatholiken nach Möglichkeit zu fördern. Das Mission Statement hat Kardinal Hartmann bereits vor etwa 100 Jahren formuliert, als er über die berühmte Missionszeitschrift, aus der ein Großteil der Artikel stammt, sagte:

  „Die ‚katholischen Missionen‘ haben sich erwiesen als eine Quelle lebendigen Glaubenslebens und frischer sittlicher Kraft. Mögen auch in Zukunft viele, viele daraus schöpfen.“

Oft wurde auf diesem Blog bereits auf die allgemeine Missionspflicht hingewiesen, nach der sich jeder Katholik nach Möglichkeit durch Gebet und Almosen – oder, wo möglich, unter eigenem Einsatz im gottgeweihten Leben – für die Ausbreitung des Glaubens einsetzen muss. Das ist gerade in unseren Tagen umso aktueller, da schon allein in unserem Land ein großer Teil der Bevölkerung entweder nicht katholisch oder nicht einmal getauft ist. Mit der Zuwanderung der Asylbewerber hat sich dieses Verhältnis noch verschärft. Beten wir darum nach Kräften um die Ausbreitung des Glaubens auf der ganzen Welt, da nur in der katholischen Kirche das Heil zu finden ist.

Gott will es!


Samstag, 5. November 2016

Zum 5. Sonntag nach Erscheinung


Andächtige Christen!

Das Himmelreich ist gleich einem Sämann, der guten Samen auf seinen Acker streut. Die Kirche steht in den Missionen auf ihrem Eigentum, und wohin sie auch schauen mag, und wohin sie, Samen ausstreuend, gehen mag, sie ist stets auf ihrem Acker. In Wahrheit kann und muss sie bekennen: „Die Welt ist mein Feld.“

Sagte nicht der Heiland zu denen, die er zum Ausstreuen des göttlichen Samens bestimmt hatte: „Gehet in alle Welt und verkündet das Evangelium jeglicher Kreatur“? Zu allen Menschen, für das Heil aller Völker bin ich in die Welt gekommen, und „wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Gehet hin in alle Welt!“

Von Ewigkeit her war es so bestimmt, denn also sprach der Vater zum göttlichen Gründer und Haupt der Kirche: „Mein Sohn bist du, bitte von mir, und ich will dir die Völker zum Erbteil geben und zu deinem Besitztum die Grenzen der Erde.“ „Bitte von mir“, so sprach der ewige Vater; und der Sohn hat gebeten in heißem Flehen und Ringen, und er ist erhört worden, und die ganze weite Welt ist ihm zum Besitztum gegeben worden. Er ist erhört worden, und um alles an sich zu ziehen, hat er den blutigen Thron des Kreuzes bestiegen, und gleichsam um seine Eigentumsrechte geltend zu machen, spannte er seine Arme weit aus. Alles wollte er mit seiner Liebe und Gnade umfassen, die ganze Welt und alle Völker und jede Seele. Nicht auf dem Berge der Versuchung, wo der Teufel an ihn herantrat und zu ihm sprach: „Dies alles will ich dir geben …“, sondern auf dem Berge des Kreuzes wurde ihm alles übergeben, wurden wir und alle Völker der Erde ihm in die Hände geschrieben als sein Erbgut, als sein Eigentum, als sein Ackerfeld.
Auf diesen Acker sandte er seine Kirche, und deshalb ist das Missionsfeld, das den ganzen Erdkreis umfasst, rechtliches Erbgut unserer heiligen Kirche. Darum sehen wir auch ihre Sämänner in allen Ländern. Alle Völker sollen das Heil Gottes schauen, alle sollen den Samen des Evangeliums in sich aufnehmen; er soll heranwachsen und Früchte der Heiligkeit und Gerechtigkeit hervorbringen.

Andächtige Christen!

Es ist ein Bild voll Macht und Majestät, das uns beim Anblick des großen katholischen Missionsfeldes geboten wird, und ein Gebet ringt sich von unseren Lippen: dass allen Inseln und Ländern, allen Tälern und Höhen ein Sämann erstehe, der ihnen guten Samen des Heiles bringen.


(Aus: Robert Streit O.M.I.: Missionspredigten, Herder, 1913)

Dienstag, 1. November 2016

Missionsschwestern als Blutzeuginnen – die sieben Franziskanermärtyrerinnen von China

Die heilige Marie-Amandine, eine der sieben gemarterten Franziskanerinnen-Missionarinnen Mariens

Dieser Text ist der Übersetzung eines glühenden Vortrags des späteren Kardinals Salotti, damals Titular-Erzbischof von Plovdiv, zu Ehren der Missionsschwestern entnommen. Die Rede wurde Anfang der 1930er Jahre gehalten. Die erwähnten Märtyrerinnen sind mittlerweile heiliggesprochen.


„Der Redner [Mons. Salotti] zeichnet in kurzen Strichen die Leiden der Schwestern, die sich oft vor der Zeit aufreiben und hinsinken als Opfer ihrer Pflicht. Der Tod hat für sie seinen Schrecken verloren. Sie sterben als Heldinnen der Liebe, wie sie sterben für ihren Glauben.

Im Jahre 1900 verwüstete der Boxeraufstand einen Großteil von China, und nach Tausenden sanken Missionäre und Christen hin unter den Schwertern und Lanzen, wurden lebendig verbrannt in ihren Kirchen, wo sie Loblieder singend ihr Leben Gott zum Opfer brachten. Auch damals brachten die Schwestern ihr Opfer des Lebens.

In Nord-Schansi wurde die Franziskanermission überfallen. Der Missionsobere sah die Gefahr zur rechten Zeit und bat die Schwestern, sich in Sicherheit zu bringen und ihr junges Leben zu retten. Mater Herminia [St. Marie-Hermine von Jesus], die Oberin der kleinen Heldenschar, flehte den Missionär an: ‚Hochwürden, um Gottes willen, schicken Sie uns nicht fort, rauben Sie uns nicht die Palme des Martyriums, die die göttliche Barmherzigkeit vom Himmel aus uns reicht.‘

Die sieben Schwestern blieben auf ihrem Posten. Sie wurden gefangen genommen und vor die heidnischen Richter geschleppt, sie zeigten keine Furcht. Angesichts der schrecklichen, blutigen Grausamkeiten der Heiden in ihrem Hass gegen die Christen zogen sie ihren Schleier über ihr Gesicht und boten ihren Nacken dem Henker, der eine nach der anderen ergriff und mit einem Schlag ihr Haupt vom Rumpf trennte.

An jenem Bluttag, dem 9. Juli, hat die Missionsschwester in diesem Winkel chinesischer Erde mit ihrem Blute die Hoffnungen der aufkeimenden Kirche besiegelt.


(Aus: Seraphisches Weltapostolat des hl. Franz von Assisi, 1932)


Fotos und eine kurze Lebensbeschreibung der sieben Märtyrerinnen auf Englisch gibt es hier.