Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Sonntag, 28. Juni 2015

Warum Mission?



Zwei große Wünsche lebten schon lange im Herzen der Missionäre und Missionsfreunde. 

Der erste war, dass die Mission Heimatsrecht auf der Kanzel erhalte, der zweite, dass sie von Rechts wegen ein Plätzchen im Katechismus finde und dort nicht bloß so gelegentlich wie ein nebensächliches Ding eben angetönt werde.

Der erste Wunsch geht in Deutschland mehr und mehr in Erfüllung. Der zweite dürfte auch wohl bald verwirklicht werden. In Elsass-Lothringen hat man den ersten Versuch gemacht, und nun gibt auch die nordamerikanische Kirche das gute Beispiel.

Erfreulicherweise räumt der neue „Katholische Katechismus für die Vereinigten Staaten“ von Jakob Linden S.J. dem Missionswesen einen eigenen Abschnitt ein. Er lautet wie folgt:

4. Ausbreitung der Kirche

125. Was ist notwendig, damit die Kirche sich immer weiter ausbreite?

Damit die Kirche sich immer weiter ausbreite, müssen Missionäre ausgesandt werden, die auch den Heiden das Evangelium verkünden. So verlangt es der ausdrückliche Befehl Christi: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium allen Geschöpfen“ (Mk 16,15)

126. Wer soll als Missionär zu den Heidenvölkern gehen?

Jene sollen als Missionäre zu den Heidenvölkern gehen, die von Gott dazu berufen und von der Kirche gesandt werden.

127. Wodurch sollen die übrigen Christen die Missionäre unterstützen?

Die übrigen Christen sollen die Missionäre durch Gebet und milde Gaben unterstützen.

128. Warum sollen die übrigen Christen die Missionäre unterstützen?

Die übrigen Christen sollen die Missionäre unterstützen,

  1. weil jeder Christ schuldig ist, die Ehre seines himmlischen Vaters nach Kräften zu fördern;
  2. weil auf diese Weise viele Seelen gerettet werden, die sonst ewig verloren gingen;
  3. weil man sich selbst dadurch große Gnaden und einen herrlichen Lohn im Himmel verdient.

Nutzanwendung. Lass keinen Tag vorübergehen, ohne wenigstens ein Vaterunser für die Bekehrung der armen Heiden zu verrichten. Tritt auch womöglich einem jener Vereine bei, die zur Unterstützung der Missionäre gegründet sind (Kindheit-Jesu-Verein, Verein zur Verbreitung des Glaubens u.a.)

(Aus: die katholischen Missionen, 1916)

Donnerstag, 4. Juni 2015

Eine ergreifende Fronleichnamsprozession


Aussätzigenheim der Salesianer, Agua de Dios, Kolumbien:

Das schönste Fest im ganzen Jahr ist der Fronleichnamstag. Mit ihren letzten Kräften mühen die Armen sich ab, ihre Hütten und Häuser so prächtig als möglich zu schmücken. Das Beste, was sie haben, muss zur Zierde dienen: bunte Tücher, Blumen und Palmzweige. Aber auch der innere Schmuck wird nicht vergessen. Stets gehen am Fronleichnamstag gegen 800 Bewohner der Kolonie zur heiligen Kommunion. Da die Prozession wegen der tropischen Hitze tagsüber nicht gehalten werden kann, wartet man damit bis abends fünf Uhr. Nachdem die Vesper gesungen ist, verlässt die Prozession die Kirche.

Voran schreiten die Knaben des Aloysiusvereins mit Fahne an der Spitze. Es ist aber keine frohe Jugend, die an uns vorüberzieht; mühsam auf Stöcken und Krücken schleppen die meisten sich vorwärts. Viele haben bereits große Eiterbeulen an den Füßen, anderen fehlen die Hände, wieder anderen ist das Gesicht bis auf die Knochen zerfressen. Den Knaben folgen die Hijas de Maria (Jungfrauenverein), dieselben Jammergestalten. Alle sind weiß gekleidet und tragen die Medaille der Unbefleckten am blauen Band. Barmherzige Schwestern begleiten ihren Zug. Ihnen schließen sich die Mädchen des Asyls an – alles Kranke. Jetzt kommen die Hermanos und Hermanas de San José (St. Josephsbruderschaft). Sie haben sich unter den Schutz des Patrons vom guten Tod gestellt. Der Tod steht auch fast allen im Antlitz geschrieben. Mehr als einer droht vor Ermüdung schon hier zusammenzubrechen, und mancher Schmerzensseufzer unterbricht ihre Gebete, aber sie wollten unter keinen Umständen darauf verzichten, dem Heiland den Ehrendienst zu leisten. Ihnen schließt sich die Sakramentsbruderschaft an; alle Mitglieder tragen brennende Kerzen. Nun kommt der Sängerchor, gebildet aus aussätzigen Knaben, und dann naht das Allerheiligste, getragen von einem Aussätzigen, dem Salesianerpriester Santinelli. Das Gesicht des Kranken ist schon von der Seuche entstellt, nur aus seinen Augen blitzt noch ungebrochene Tatkraft. Ihn begleiten zwei andere, ebenfalls aussätzige Priester und einige Ordensleute im Chorrock. Eine Musikkapelle, die sich aus aussätzigen Knaben und Männern zusammensetzt, bringt dem Erlöser ihre Jubelweise dar. Hinter den Musikern schreiten die Hijas de los Sagrados Corazones, die Töchter der heiligsten Herzen, eine kleine Ordensgemeinschaft, die mit Ausnahme von zwei Schwestern aus Aussätzigen besteht. Ihres eigenen Zustandes vergessend, widmen diese großmütigen Frauen sich ganz dem Dienste ihre Leidensgefährten. Ihnen folgt das Volk, das keiner Bruderschaft angehört. Den Abschluss der Dulderprozession bildet eine Anzahl Wägelchen, in denen Kranke liegen, die nicht mehr imstande sind sich vorwärts zu bewegen. Gesunde oder weniger Kranke fahren sie dem Zuge nach. Aber nicht alle besitzen ein Wägelchen. Damit sie nicht ganz beim Ehrenfeste des göttlichen Heilands fehlen, lassen sie sich vor die Hütte tragen und erwarten dort auf Matten liegend den Vorbeizug des Herrn.

Fünfviertel Stunden braucht die Prozession, um ihren Weg zurückzulegen. Ergreifend und entsetzlich zugleich ist der Anblick, wenn an einer der vier Stationen der Segen gegeben wird. Da liegen vor dem Altar gegen 2.000 dieser Ausgestoßenen. Schrecklich ist das Elend. Oft sind die Augen das einzige Gesunde an dem ganzen Menschen, und diese sind dazu noch mit großen Schutzbrillen verdeckt. Der Geruch der eiternden Wunden und faulenden Glieder ist so furchtbar, dass man Rauchwerk anzünden muss. Und doch hört man kein Wort der Ungeduld und des Haders. Es ist ein großes Dulden und Ertragen. Wer gibt den Armen die Kraft? Ist es nicht der Freund der Aussätzigen im Sakrament?


(Aus: die katholischen Missionen, 1914)

Dienstag, 2. Juni 2015

Saint Louis University gegen die Erinnerung an ihr ehemaliges Fakultätsmitglied, Fr. Pierre-Jean De Smet, S.J.

Crisis Magazine 

Am 1. Juni hat die Jesuitenuniversität Saint Louis University eine Statue des berühmten Indianermissionars Pierre-Jean De Smet S.J. entfernt. Grund war die Beschwerde von Studenten, die Statue würde „weiße Vorherrschaft“ symbolisieren. Ryan McKinley schrieb in einem Artikel der Unizeitung, die Statue würde eine einfache Botschaft an die Indianer senden: „Ihr gehört hier nicht her, wenn ihr euch nicht unserer Kultur und Religion unterwerft.“ Weiter schrieb er: „die Statue repräsentiert Kolonalismus, Imperialismus, Rassismus und christliche und weiße Vorherrschaft.

Herrn McKinley kann man nur raten, sich einmal diese Predigten anzuhören, dann würde er erfahren, dass die Indianer selbst aus den Rocky Mountains nach Saint Louis gekommen sind, um um Missionare zu bitten. Dieser Artikel zeigt, wie sich Pater De Smet für seine Indianer aufgerieben hat – ich habe bis jetzt noch von keinem Linken gelesen, der es ihm gleich getan hätte.

Eine Petition gegen die Entfernung der Statue kann hier unterschrieben werden.

Sonntag, 31. Mai 2015

Marienlob am Sterbebett


Ebenso fromm [wie eine andere Aussätzige in Cocorita] starb Maria Manelli. Im Anfang ihrer Krankheit hatte es ihr viel gekostet, das Opfer ihres Lebens zu bringen, und die ersten Tage ihres Aufenthaltes im Leprosenhaus schienen ihr sehr traurig. Aber die Gnade siegte; großmütig ergab sie sich vollständig in den heiligen Willen Gottes, und der Friede und die Freude kehrten wieder in ihr Herz ein. Sie sah dem Tod so freudig entgegen, dass man auf ihre Bitte an ihrem Sterbelager stets Lieder zu Ehren der allerseligsten Jungfrau singen musste; diese hat sie denn auch am letzten Tag des ihr gewidmeten Maimonats … zu sich in den Himmel genommen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1876)

Donnerstag, 28. Mai 2015

Ruf zu Maria aus den Tiefen des kongolesischen Dschungels


P. Joseph Fräßle S.C.J. war von 1905 bis 1920 Missionar im Kongostaat und schrieb mehrere wertvolle Bücher, darunter Meiner Urwaldneger Denken und Handeln (hier bei ZVAB), das ich nur empfehlen kann. Daraus nachfolgend eine kurze Betrachtung zum Rosenkranzgebet auf einer Missionsreise durch den Urwald:

Den Rosenkranz zu beten, solange der Pfad es gestattet, ist Reisegewohnheit. „Wir beten auch mit“, sagten die Träger, und zogen den ihrigen vom Hals, wo sie ihn gewöhnlich tragen, um ihren Glauben zu bekennen und weil sie keine Taschen haben. „Wir können keinen Rosenkranz in der Hand halten“, riefen die Pfadöffner [die das Buschwerk mit Messern niederhauen]; „zählt ihr für uns, wir sprechen mit.“

So lass dich von uns grüßen, du unbefleckte Jungfrau und Mutter Maria, voller Gnade und Geheimnisse, droben im unerreichbaren Licht des Himmels; grüßen von uns kleinen Menschenkindern, die da seufzen in des wirren Urwalds Tiefe. Hilf uns empor aus Dunkelheit, Sumpf und Gefahren, hinauf zu Christus, dem beglückenden Licht. Du Gebenedeite unter den Weibern! Sei du der einzige Weg zu Jesus diesem Volk, das so tief gesunken ist, weil es die Würde der Mutter und Frau verkannt hat! Höre, wie die Erstlinge des Landes dich bitten für ihre Brüder, dass sie recht bald erkennen möchten Jesum, der auch für sie geboren wurde, lehrte, litt und starb! Trägerin des allmächtigen und allweisen Wortes, hilf mir es zu diesem Volk tragen, dass ihm Erlösung werde und Licht und Ordnung und Glück! O du Mutter-Königin der Kirche auf Erden und in der Himmelshöhe! Aus allen Völkern und Sprachen und Farben muss ein einziges Gottesreich erstehen, einig im Glauben und rein in den Sitten!

Dienstag, 26. Mai 2015

Franz Xaver – einziger „normaler“ Heiliger mit Duplex majus im Brevier von Pius X.

Der heilige Franz Xaver in der Duplex-majus-Gruppe des alten Breviers an vorletzter Stelle

Jüngst habe ich mir auch ein Brevier besorgt. Es ist von 1952 nach den Rubriken von Pius X. Jahrelang konnte ich mit Brevierbeten für Laien zugegebenermaßen nicht viel anfangen, jetzt will ich es aber auch mal versuchen, obwohl ich bei der Verwendung noch ein ziemlicher Dilettant bin. 

Zu meiner Freude  ist mir aufgefallen, dass die Kirche in ihrem Breviergebet bis zur Reform von 1960 den großen Asienapostel mit einem Duplex-majus-Fest würdigt, eine Ehre, die, wie man im Bild oben sehen kann, unter anderem der heiligen Familie, den Weihefesten der wichtigsten römischen Kirchen und den wichtigsten Ordensgründern zuteil wurde. Ich werde sicherlich nicht jeden Tag das Brevier benutzen, am 3. Dezember aber ziemlich wahrscheinlich, wenn ich bis dahin nicht von dieser Welt abberufen wurde.