Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Samstag, 23. Juni 2012

Alles für ihre lieben Chinesen



St. Franziskus-Kathedrale in Xi'an (Quelle)


Eine Schwester aus dem Pensionat von Sacre Coeur in Talca (südlich von Santiago, Chile) berichtet folgenden erbaulichen Zug über ein altes Mütterchen, das dem dortigen Verein der Glaubensverbreitung als eifriges Mitglied angehörte.
Da die gute Alte fast völlig erblindet und sehr und gebrechlich geworden war, meinte sie, das Jahr 1889 werde wohl ihr letztes sein. Es galt also, dasselbe noch gut zu benützen.
Was tut mein Mütterchen? Sie macht sich auf ihre alten, schwachen Beine und beginnt einen Rundgang in den umliegenden Dörfern, um für ihr teures Werk der Glaubensverbreitung und des Kindheit-Jesu-Vereins noch möglichst viele Almosen zu sammeln.
Bei ihrer Rückkehr brachte sie der Schwester den Ertrag — es waren volle 100 Franken— und erzählte ihre Erlebnisse. „Liebe, ehrwürdige Mutter, ich habe viel ausgestanden; ich bin eben schon so alt und gebrechlich. Ich habe während einer Nacht auf der bloßen Erde geschlafen und habe mehrere Tage nichts gehabt als einige harte Brotkrusten.
Mehrmals konnte ich kaum mehr voran; dann aber habe ich an meine lieben Chinesen gedacht, und das gab mir wieder Mut und Kraft.“
Auf die Frage, warum sie denn nicht einige Stücke von dem erbettelten Geld genommen hat, um sich wenigstens das Allernotwendigste zu kaufen, erwiderte sie: „Wie konnte ich, meine Mutter, so vermessen und gewissenlos sein, von dem Geld meiner lieben Chinesen zu stehlen, da ich ja alle Reichtümer nur besitzen möchte, um sie ihnen zu schenken!“



(Aus: die katholischen Missionen, 1890)

Kommentare:

  1. Sehr schöner Artikel. Habe ihn gerne und mit Aufmerksamkeit gelesen.
    Er hat mich an meine Recherchen bezüglich der von katholischen Priestern im damaligen China verwendeten Kopfbedeckungen erinnert.

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  2. Vergelt's Gott für Ihren Kommentar, Herr Philippi. Ich bewundere Ihre Arbeit sehr.

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